# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1858_S26 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 26 Menius und Flacius im Streite über Amt und Priesterthum. len, — denn, so sagt er Luc. 24: Ihr seid des alles Zeugen, und Act. 10 sagt S. Petrus: denselben Jesum hat Gott auferwecket am dritten Tage und ihn lassen offenbar werden nicht allem Volk, sondern uns den vorerwählten Zeugen von Gott ꝛc. — darum so soll es bei derselbigen gewissen Zahl der Apostel auch bleiben, und sollen der Propheten und Apostel Schriften zu ewigen Zeiten bis an der Welt Ende das einige und ewige Fundament sein und bleiben, darauf das ganze Reich Christi, das ist die ganze Kirche und Christenheit bis an's Ende der Welt erbauet werden sollen. Also daß Gott nun fortan bis an den jüngsten Tag durch sich selbst ohne Mittel weder Propheten noch Apostel berufen oder senden will.“ Dieses aber soll nunmehr der göttliche und ordentliche Beruf sein, daß eine jede Kirche ihr berufe, Diener, Pfarrherrn, Diakonen, Lehrer ꝛc., welche tauglich sind dasjenige vorzutragen und zu erklären, was die Propheten und Apostel von Gott und dem Herrn Christo empfangen, in der h. Schrift verfasset, und nach ihnen gelassen haben: wie S. Paulus Titum, Timotheum und andere zu solchem Amte verordnet und ihnen befohlen hat, daß sie dergleichen in christlichen Gemeinden auch thun sollten.“ „Will nun Illyrikus fürgeben und rühmen, er sei ohne Mittel von Gott berufen und gesandt, so vieler christlichen Kirchen und Schulen Lehrer zu richten, zu rechtfertigen und zu reformiren: so sage ich ohne alle Scheu dagegen, daß er lügt, denn Gott will über die Propheten und Apostel, die er ohne Mittel berufen hat, weiter auf solche Weise niemand nicht berufen, so wenig er will eine neue Lehre oder Predigt geben über die Lehre und Predigt, die er den Aposteln gegeben hat.“ — — — „Wie aber Illyrikus nicht rühmen kann, daß er von Gott ohne alle Mittel berufen und gesandt sei, also kann er noch viel weniger rühmen, und ob er's auch rühmen wollt, so kann er's nicht beweisen, daß er nach göttlicher Ordnung durch Menschen berufen sei; denn er hat des von keiner Kirche auf Erden einiges Zeugniß — — und ob er gleich gut wahrhaftig Zeugniß hätte, ja ob es gleich unwidersprechlich, wissentlich und wahr wäre, daß er etwa von einer Kirche zum Lehramt berufen worden, und dasselbige auch öffentlich geführt hätte, womit will er beweisen, daß er darum auch über andere Kirchen und ihre Diener zum Richter, Meister und Reformator berufen sei?“ Aus dieser Darlegung ergibt sich folgendes Resultat als die Anschauung des Menius: 1) eine Lehrthätigkeit, wie sie Flacius öffentlich durch Schriften geübt hat, ist dem Wesen nach nicht unterschieden von einer Lehrthätigkeit, wie sie die rechtmäßig berufenen Diener der Kirche zu üben haben; 2) eine Lehrthätigkeit, wie sie Flacius öffentlich durch Schriften geübt hat, ist nur dann keine Anmaßung, wenn sie von Dienern der Kirche geübt wird, welche nach göttlicher Ordnung durch Menschen dazu berufen sind. Dieses Resultat, als der Kern der Anschauung des Menius, bedarf allein einer weiteren Untersuchung, während wir die Uebertreibung, als habe sich