# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1858_S19 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Die römische Kirche. 19 welche aus Becks Schule jener Kirche noch erstehen zu sollen scheinen und wider welche der Pietismus der Gläubigen jenes Volkes nicht ausreicht. Für den Kirchentag aber war Stahls Wort eine ernste Warnung, die eingeschlagene Bahn der Feindschaft wider entschiedenes Lutherthum zu verlassen. Wird er das nicht thun, so ist sein Segen, der ohnedies sich auf die praktischen Conferenzen der inneren Mission zumeist reducirt — so groß oder so klein er eben noch sein mag — vollends dahin, und auch seine Tage werden wohl gezählt sein. — (Aus dem Sächs. K.⸗ u. Sch.⸗Bl.) (Aus dem Sächs. K.⸗ u. Schulblatt.) Die römische Kirche. Die römische Kirche hat — man kann es nicht läugnen — die Zeit seit 1848 trefflichst benützt zur Befestigung ihrer Machtstellungen den Regierungen gegenüber, zur Erweiterung ihres Einflusses auf das Volk. Die bei jenen errungenen Erfolge hat sie in Concordaten zu fixiren gesucht; die Steigerung ihrer Autorität und Verehrung bei diesem in der Steigerung der Marien⸗Verehrung und im neuen Marien⸗Dogma — denn Maria ist das Symbol der Kirche. Diese Triumphe aber sollten ihren äußeren Ausdruck in den Triumphen erhalten, welche der Papst auf seiner Reise in Italien in den letzten Monaten und Wochen feierte. Wir würden uns über das Alles von Herzen freuen — denn der Gegensatz, welcher uns billig der vorderste ist ist ja nicht der von Wittenberg und Rom, sondern der vom Reich Christi und Reich des Teufels, welcher sein Werk hat in den Kindern des Unglaubens (Eph. 2, 2) — wären jene Triumphe nur auch Triumphe des Reiches Christi und nicht vielmehr ebenso viele Niederlagen desselben. Denn vergessen wir nicht, daß es sich nicht um eine gewisse religiöse Stimmung und Andacht, um äußere Frömmigkeit und kirchlichen Gehorsam, um äußere Zucht und Autorität u. dergl. handelt im Reich Gottes und Christi, sondern darum daß Christo allezeit und allein die Ehre gegeben werde und alles Vertrauen der Menschen ausschließlich ruhe auf der Gnade Gottes, die offenbar geworden ist im Heiland der Sünder, dargeboten wird in Wort und Sacrament, und empfangen im Glauben, durch den der Sünder vor Gott gerecht wird und ein Kind und Erbe des Himmelreichs. Was dem widerstreitet, das ist vom Argen, mag es sich auch noch so sehr schmücken mit Heiligkeit und gutem Schein, und mag es noch so sehr als der einzige Hort der Obrigkeiten und Völker in den Stürmen dieser Zeit sich ausgeben und geglaubt werden und meinetwegen zum Theil auch sein. Es ist dennoch vom Argen. Wissen wir ja doch, wer der ist, der sich auch in einen Engel des Lichts verkleiden kann. Denn freilich, so klug ist er wohl, daß er nicht als der erscheint, der er in Wirklichkeit ist. Das sollen wir nie vergessen und uns die Augen nicht verblenden lassen