# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1858_S11 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Die Euenschen Thesen. 11 den Glauben ist kein Sacrament nütze, ja allerdings tödtlich und verderblich." „Es ist kein Unterschied zwischen alten und neuen Sacramenten; es geben weder diese noch jene die Gnade Gottes; sondern wie gesagt ist, der Glaube allein auf Gottes Wort und Zeichen gab dort und hier Gnade." 2. Das eigentliche Heilsgut ist das „Ich" des Herrn in seiner ganzen gottmenschlichen und geistlichen Persönlichkeit (Joh. 6.), also zu unterscheiden von der Glaubensgerechtigkeit, welche eine Gabe des Herrn, aber nicht Er selbst ist. Glosse zu 2. Es kommt vor Allem darauf an, was und wozu Christus uns sei. St. Paulus: „Christus ist uns von Gott gemacht zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung." 3. Die subjective Erlösung vollzieht sich in der Wesens⸗ und Lebensmittheilung des Gottmenschen, und nicht in der Herstellung eines blos ethischen Verhältnisses zwischen dem sündigen Menschen und Gott. Das Heil ist wesenhafter, nicht allein ethischer Natur. Gotteskinder sind nicht blos Adoptivkinder, sondern Kinder „aus Gott geboren." Das Heilsgut wird in der Selbstmittheilung Christi, aber nicht in der Glaubensgerechtigkeit allein dargereicht. Glosse zu 3. Luther: „Der Glaube wandelt die Herzen und macht ein Kind aus dem Feinde heimlich. Darum bringt der Glaube mit sich das ganze Erbe und Hauptgut der Gerechtigkeit und Seligkeit." 4. Der Glaube als eine ethisch geistige Bestimmtheit des Menschen ist für sich allein unfähig, die volle Heilsgabe in ihrer Wesenhaftigkeit zu ergreifen, und es bedarf zu ihrer Darreichung seitens des Herrn, so wie für das Empfangen seitens des Menschen der gottergebenen sacramentalen Vermittlung. Glosse zu 4. Luther: „Summa, durch das Wort werden wir Christo eingeleibt, daß Alles was er hat unser ist und wir uns sein annehmen können als unsres eignen Leibes." „Wie die leibliche Speise sich verwandelt in der Menschen Wesen, also daß sie ihre Gestalt verlieret und zu Fleisch und Blut wird: also auch wenn die Seele Gottes Wort von Christo mit dem Herzen fasset und zu sich nimmt, so bleibt der Glaube nicht müßig, sondern durcharbeitet und verwandelt den Menschen, daß er gar in Christo eingeleibt wird und Christus in ihn." „Man soll vom Glauben recht lehren, nämlich also: daß du durch denselben mit Christo verbunden und vereinigt werdest, daß aus dir und ihm gleich als eine Person werde, welche sich von einander gar nicht scheiden noch trennen lasse, sondern Christo immerdar anhange, und mit aller Freudigkeit sagen möge: Ich bin Christus: nicht persönlich, sondern Christi Gerechtigkeit, Weg, Leben und Alles was er hat ist mein eigen" u. s. w. 5. Der Glaube ist die Bedingung für die beseligende Wirkung der wesentlichen Heilsgabe, aber nicht das ausschließliche Organ für das Empfangen derselben. Die volle wesentliche Heilsgabe zur Seligkeit wird nicht sola fide, sondern durch gläubige Theilnahme am Sacrament empfangen. Glosse zu 5. Ist denn „gläubige Theilnahme am Sacrament" ein „Organ für das Empfangen"?. Oder ist es nicht der Glaube in der Theilnahme — also sola fides? 6. Die Lehre von der Rechtfertigung und die Lehre vom Sacrament