# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1858_S8 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 8 Wie werden wahrhaft luth. Gemeinden gegründet und erzogen? allen Gliedern der Repräsentativ⸗Gemeinde möglichst gründlich und klar im Verstande erkannt, ihrem Gewissen eindrücklich gemacht und von ihrem Willen befolgt werde. Bei diesem Bestreben wird er auf folgende Puncte sein stetiges Augenmerk richten: 1) auf die Ehre Gottes und seines Wortes, der ja billig in der Kirche Christi Alles unterthan sein und dienen muß, es seien Gewaltige oder Schwache, Reiche oder Arme, Weise oder Unweise, Hohe oder Niedrige, Gebildete oder Ungebildete, Lehrer oder Hörer, Heilbare oder Verstockte, und die auch da hervorleuchtet, wo sie selber und das Heil der Seelen die schärfste Strafe, als z. B. den durch Gemeinde⸗Urtheil verhängten Kirchenbann, fordert. In der Förderung der Ehre Gottes wird er allein seine Ehre suchen, möge er um deßwillen noch so viel Haß, Zorn, Verachtung, Bosheit und Widerwillen, Schande vor den Menschen und heimliche Feindschaft der Heuchler dafür einernten; 2) auf die Unverletztheit des eigenen Gewissens, daß er in Einfalt und göttlicher Lauterkeit eben nichts Anderes, als die Ehre Gottes und seines Wortes suche, in diesem allein gefangen und deshalb wahrhaft frei bleibe von aller Herrschaft der Menschenfurcht und Menschengefälligkeit, so wie auf der andern Seite von der des fleischlichen Zornes, des Eigensinnes, des Hochmuths und der Herrschsucht u. s. w., dadurch er in dem Regieren der Gemeinde sein Gewissen verletzen und beflecken könnte; 3) auf die Uebung der Liebe, indem er alle ihre Weisheit und Kunst daran setzt, der versammelten Gemeinde in der schriftgemäßen und bekenntnißtreuen Behandlung der vorliegenden Sache zu dienen und darin die Unwissenden zu belehren, die Irrigen zurechtzubringen, die vorlauten Geister in ihre Schranken zu weisen, die Aengstlichen zu ermuthigen, die Unsichern gewiß zu machen, die Dünkelweisen heilsam zu beschämen, die Ungezogenen zu vermahnen, die Schwachen zu tragen, die Trägen anzufeuern, die allzu Feurigen zu dämpfen, den Engen und Kurzsichtigen ihren Gesichtskreis zu erweitern, die Steifen biegsam und die Starren flüssig, dagegen die allzu Beweglichen und Flüssigen fest zu machen u. s. w.; 4) auf „den gemeinen Nutz", indem es ihm von Herzen anliegt, daß nicht nur der vorliegende Gegenstand — er betreffe nun mittel⸗ oder unmittelbar die himmlische Lehre und das kirchliche Bekenntniß und die demselben gemäße Praxis, oder er falle in das Bereich der Mitteldinge und der christlichen Freiheit — aus und nach Gottes Wort und dem kirchlichen Bekenntniß gemäß behandelt und erledigt werde, sondern daß in solchem gemeinsamen Handeln des kirchlichen Lehramtes und der Hörerschaft auch diese letztere immer mehr zunehme, eben als Gemeinde, an heilsamer Erkenntniß, an Weisheit, an Erfahrung, an Furcht Gottes, an Glauben, an Liebe, an Ernst und Eifer, wie an Lindigkeit und Milde, an Demuth, Sanftmuth, Geduld und allerlei Frucht des Geistes. Auf diese Weise wird es denn geschehen, daß Gottes Wort und das Be⸗