# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1858_S4 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 4 Vorwort zu Jahrgang 1858. ren immer kühner geworden, aber schon in seiner „Einleitung in die Augsb. Confession von 1841 gibt er nicht undeutlich zu verstehen, daß die Lehre der A. C. vom Sonntag nicht richtig sei. (S. 186.) Neben Rudelbach steht in dieser Reihe auch Pfarrer Löhe in Baiern. Dieser schreibt u. A. in der Schrift: „Unsere kirchliche Lage" vom Jahre 1850: „Ich glaube auch, ganz unbeschadet meines Dringens auf confessionelle Einigkeit, hie und da einem in den Symbolen ausgesprochenen Satz eine allseitigere, reinere Fassung wünschen zu dürfen. So ist z. B. der locus de ministerio in der reformatorischen Zeit keineswegs genug erwogen worden; die Entscheidungen der Symbole, so weit nehmlich solche vorhanden sind, leiden an einigem Mangel." (S. 19.) „Ich unterscheide im Concordienbuch, was bekennend gesagt ist, und was nicht also gesagt ist, — und ich unterscheide noch mehr. *) Es fällt mir nicht ein, am Buchstaben zu kleben. . Ich habe oftmals an den schmalkaldischen Artikeln meine einfache Meinung gezeigt. — Die schmalk. Artikel sind von Luther und zwar ganz in derjenigen Originalität geschrieben, welche ihn beherrschte, über die ihn selten irgend etwas hinweggehoben hat. Bei diesem Sichgehenlassen des Helden fehlt es ganz an dem für ein Bekenntniß so erwünschten objectiven Styl, und es könnte hier ein quatenus sich manchmal sehr empfehlen; denn wer kann verbunden sein, jeder originellen Aeußerung, sei es auch eines Luther, das Siegel unterzudrücken? Was für einen Sinn hätte es auch, Originalität und Individualität symbolisch machen zu wollen? **) .. Man wird gerechtes Bedenken tragen," (mit den schmalk. Art.) „zu sprechen: „„Der Pabst ist der Antichrist.““ . . Aehnlich ist es mit einigen andern Stellen der schmalkaldischen Artikel, in welchen — z. B. p. 233, 341, f. — behauptet wird, daß Christus die Schlüssel nicht einer Person, sondern der Kirche gegeben habe, daß sich eine Kirche im Nothfall (?) Bischöfe oder Pfarrer setzen könne. Nimmt man diese Stellen einseitig, so kommt man in Verlegenheit, denn Christus hat die Schlüssel wirklich auch einzelnen Personen gegeben ***) und Paulus setzt nicht blos selbst Aelteste, sondern er befiehlt es auch seinen Schülern. Allein für jene Stellen ist denn doch nur der äußerste Nothfall anzunehmen, wo die Kirche ohne Pfarrer zu denken wäre. So lange Pfarrer zu ihr gehören und zu haben sind, gelten die andern Stellen, in welchen den Pfarrern die *) Hr. Pf. Löhe will also auch das nicht alles unterschreiben, was in den Symbolen „bekennend gesagt" ist. **) Löhe zürnt hier offenbar mit unserer Kirche, daß sie nun doch, was er Luthers Originalität und Individualität nennt, symbolisch gemacht, d. h. für die Lehre erklärt hat, die auch ihre Lehre sei, und die sie wider Teufel und alle Welt festhalten wolle, so wahr ihr Gott helfen solle. ***) Herr Pf. Löhe citirt hier die Worte der schmalk. Art. nicht, wie sie lauten, und daher kommt das Mißverständliche. Die wirklichen Worte des Symbols lassen keinen Mißverstand zu, denn in der angezogenen Stelle heißt es ausdrücklich: „Ueber das muß man ja bekennen, daß die Schlüssel nicht Einem Menschen allein, sondern der ganzen Kirche gehören und gegeben sind."