# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1857_S381 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. 381 bei der Confirmation die dänischen Fragen und Antworten ohne sie zu verstehen auswendig lernen, nur damit die Handlung mit dänischen Worten vollzogen werde; daß die Kinder aus Gesangbüchern singen, deren Sprache sie nicht verstehen, nur damit es dänische Gesangbücher seien; daß die Kanzel zur politischen Tribune und das Evangelium vom Reiche Christo zum Anlaß mißbraucht werde, das Thema vom Reiche Dänemark abzuhandeln u. s. w. — so sind das Sünden und Ungerechtigkeiten, welche die Rache Gottes vom Himmel rufen werden. Gott stärke jenes Volk, daß seine bewundernswürdige Zähigkeit nicht nachlasse, und erwecke und lenke die Herzen der protestantischen Fürsten Deutschlands, daß sie doch endlich ein Einsehen haben und der Bedrängten sich kräftig annehmen! Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. I. Amerika. Die Deutsch⸗Reformirten. Die Miami⸗Classis hat bei ihrer Jahresversammlung am 1. Oct. den Beschluß gefaßt, daß die deutsch⸗reformirte Synode bewogen werden möge, den „alten“ Namen: „Evangelisch⸗Reformirt,“ anstatt „Deutsch⸗Reformirt“ wieder anzunehmen. Wollte Gott, die Classis hätte lieber beantragt, daß die Synode evangelisch⸗reformirt werden, nicht daß sie sich nur so nennen möge; das wäre freilich nichts anderes gewesen, als ein Antrag, lutherisch zu werden, denn, was man auch sagen möge, eine wahre evangelische Reformation war nur die lutherische, daher sie sich auch selbst ursprünglich theils die evangelische, theils die reformirte, theils die protestantische genannt hat. Diese Namen sind ihr zwar genommen worden, die Sache aber hat sie behalten, wie einst der alten Kirche der Name katholisch genommen wurde. Ohio⸗Synode. Diese Synode hat eine neue englische Districts⸗Synode erhalten, welche am 26. bis 28. Aug. ihre erste Jahresversammlung hielt und von sieben vormaligen Gliedern des westlichen Districts und zwei der Tennessee⸗Synode gebildet worden ist. In der Constitution dieser neuen Synode ist die Augustana und der kleine Katechismus Lutheri anerkannt; daß nicht das ganze Concordienbuch zu Grunde gelegt wurde, ist befremdend. Warum die reformirte Kirche keine Union mehr wolle. In dem „Wochenbericht über die kirchlichen Bewegungen in Deutschland“ in dem (reform.) „Evangelisten“ vom 18. Nov. heißt es u. A.: „Alle einflußreichen Männer der reformirten Kirche wünschten eine völlige Union auch in der Lehre. Aber seitdem die strenglutherische Partei in der Staatskirche so sehr gewachsen ist, daß alle hohen Aemter mit strengen Lutheranern besetzt worden sind“ (ist nicht so schlimm, als es aussieht), „fangen die Reformirten an, zu befürchten, daß aus der beabsichtigten unirten Kirche vielleicht eine lutherische Kirche gemacht werden möchte, und viele der einflußreichsten Reformirten wollen hinfort nicht Eine unirte, sondern zwei verbündete lutherische und reformirte Kirchen.“ Die römische Kirche in den Ver. St. von Nord⸗Amerika. Von derselben gibt die „Katholische Kirchen⸗Zeitung“ folgende statistische Notizen: „Im Jahre 1808, also vor 50 Jahren, waren in der ganzen Union nur 1 Diöcese, 2 Bischöfe, 28 Priester, 80 Kirchen, 2 kirchliche Institute und 1 Collegium zu finden. Nach dem Ausweis des „„Metropolitan Catholic Almanac““ von 1857 zählte man in der Union am Schlusse des vorigen Jahres bereits 41 Diöcesen, 2 apostolische Vicariate, 39 Bischöfe, 1872 Priester, 2053 Kirchen, 829 Stationskirchen, 35 kirchliche Anstalten (Seminarien) und 29 Collegien. Die