# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1857_S378 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 378 Die lutherische Kirche im Norden Europa's. „Antiquitates biblicae et ecclesiasticae“ sein bedeutendstes Erzeugniß. Letzteres Werk zerfällt in zwei Theile; in dem ersten handelt es 1. von den Kirchenämtern im Alten und Neuen Testament; 2. von den öffentlichen gottesdienstlichen Verrichtungen des Alten und Neuen Testaments; 3. von dem Götzendienst der Israeliten und von dem Ursprung und Fortgang der Heiligen⸗, Reliquien⸗ und Bilder⸗Verehrung in der christlichen Kirche; 4. von den heiligen Orten unter den Juden und Christen; 5. von deren heiligen Zeiten; 6. von dem jüdischen Proselytismus und Sclavenverhältniß; 7. vom Bann im Alten Testament; 8. von den verschiedenen Namen der Christen und den Stufen unter denselben; 9. von den Abgefallenen, der Excommunication, Buße und Wiederaufnahme derselben in der christlichen Kirche. Der zweite Theil handelt von der bürgerlichen Einrichtung unter den Juden und enthält in einem Appendix die Darstellung der Gebräuche der Griechen, Römer, Juden und Christen bei ihren Begräbnissen. (Fortsetzung folgt.) (Aus dem sächs. Kirchen⸗ und Schulblatt.) Die lutherische Kirche im Norden Europa's. Die lutherische Kirche im Norden ist aller Orten bedrängt und gefährdet. Zwar ist in den deutschen Ostseeprovinzen Rußlands kirchliches Bewußtsein und Bekenntniß, von der theologischen Facultät Dorpats seit geraumer Zeit vertreten und gepflegt, eine nicht geringe Macht, und ein Synodalleben vorhanden, um welches wohl viele Kirchen die Kirche jener Provinzen beneiden möchten. Aber welches die Sinnesweise gegen unsere Kirche dort und die Wünsche, die man in Betreff derselben hegt, anderweitig seien, ist vor mehreren Jahren in der Verleitung der Tausende zum Abfall zur russischen Kirche offenbar geworden. Bei einem Staat wie der russische gehört Einheit der Religion und des Cultus nothwendig mit zum System. Aber ebenso auch, daß man sich aller Gewaltthätigkeit enthält, welche das kirchliche Gewissen so in die Enge triebe, daß es offenen Protest erheben müßte. Aber gerade dies ist das Gefährlichste an der Situation, daß der Anlaß zu solchen Schritten vermieden wird und man doch das stete Gefühl hat, wie mehr und mehr die Kirche und ihr Leben von ihren Grenzen zurückgedrängt, die Adern unterbunden und der Blutumlauf auf engere Kreise beschränkt wird, so daß man fast mathematisch berechnen könnte, bis wann unsere Kirche auf ein solches Maß reducirt sein wird, daß die bisher beobachteten Rücksichten nicht mehr nöthig sein werden. Es ist ein tragischer Anblick, eine innerlich wohlbestellte und lebendige Kirche äußerlich immer mehr einschrumpfen sehen zu müssen. Gott mög' es verwalten! — Schlimmer noch steht es im innern Rußland, weil hier diejenige Entschiedenheit kirchlichen Bewußtseins vielfach fehlt, welche uns dort begegnet. Man wird es begreiflich finden, wenn wir uns innerhalb