# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1857_S375 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lutherisch⸗theologische Pfarrers⸗Bibliothek. 375 Menschen ihr Ziel im Mönchthum suchten. Umgeben überall von heidnischer Verderbtheit, von dem Drohen des Untergangs ihres Vaterlandes, von zerstörenden Kriegen mit allen erdenkbaren Gräueln, selbst lange versunken in das glänzende Elend ihrer Zeit, suchten sie Rettung in der Entsagung von allem Zeitlichen, und Ruhe in einem stillen, beschaulichen, mit Arbeiten verbundenen Leben. Augustin bewunderte den heldenmüthigen Entschluß dieser Menschen, und sah mit Zerknirschung auf seine Weichlichkeit, und mit Schaam auf seine vieljährigen Studien, die ihn der Wahrheit um nichts näher gebracht hatten. Mit seinem ganzen Schmerz warf er sich einsam vor Gott nieder, und dringend, wie ein im Strome Versinkender nach dem Retter am Ufer ruft, rief seine Seele nach Gnade und Licht. Eine wunderbare Stimme bezeugte ihm seine Aufnahme. Oft wiederholte sie sich im einsamen Garten. Der sinnende Hörer war gewiß, daß sie von außen her ihm klang, daß nicht nur eine heilige Erhebung in ihm selber laut wurde; auch konnte er sie nicht für die Stimme eines Menschen halten. (Wenn sie dich nicht durchschauert, wie ein Wort aus einer Welt, die jenseits des Grabes und unserer Sterblichkeit ist, so mag ich nicht mit dir streiten.) Daß sie von Gott gesendet war, zeigte ihre Wirkung: Augustin war gerettet, war herrlicher gerettet, als er und seine Mutter es je gehofft hatten. Er war nicht nur ein Erlöster und Geheiligter; in einem Augenblick entsagte er Allem, was die Welt selbst an Erlaubtem beut; er fühlte, ganz, ohne noch an einem irdischen Bande zu hängen, müsse er des Herrn werden. Das ihm von Gott gewordene Zeichen war nicht nur die Bürgschaft seiner Aufnahme, es war zugleich die Berufung zu einem Leben, das mit apostolischer Kraft das Reich Christi befestigen und vertheidigen sollte, wenn er auch erst nach Jahren, ohne es zu begehren, in diesen Beruf wirklich geführt wurde, zu dem die Zeit, die ihm bei seiner Bekehrung voranging, als vorbereitende Uebung dienen mußte. (Achtes Buch.)“ „Augustin wurde, 33 Jahre alt, zur Osterzeit des Jahres 387 in Mailand getauft, nachdem er sich ein halbes Jahr lang mit seinen Freunden, in Gesellschaft der Mutter, in ländlicher Zurückgezogenheit vorbereitet und sich mit Anfang der Fastenzeit in Mailand eingefunden hatte, um in die Zahl derjenigen Katechumenen zu treten, die nicht nur als Gäste und unentschiedene Lehrlinge an der Kirche Theil nahmen, sondern den wirklichen Eintritt begehrten und dazu geprüft und vorbereitet wurden. Nun verlangte, sehnte sich die kleine heilige Gesellschaft nach der Heimath, um dort in der Stille dem Herrn zu leben. Vor der Einschiffung starb Monika bei Ostia an der Tiber. (Neuntes Buch.)“ „Im zehnten Buche prüft Augustin den Zustand seines bekehrten Herzens und spürt, nachdem das Gewebe seiner Sünden zerrissen ist, den einzelnen, in sein Herz auslaufenden Fäden derselben mit scharfsinniger Gewissenhaftigkeit nach. So weit gehen seine Bekenntnisse, sie sind mithin die Geschichte seiner Irrthümer und seiner Bekehrung. Was auf sie folgte, lag der Welt offen vor Augen, und brachte ihr hundertfältige Früchte.“