# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1857_S373 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lutherisch⸗theologische Pfarrers⸗Bibliothek. 373 erst, aber herrlich, in Erfüllung ging. Oefters begnadigte sie Gott mit solchen Gesichten, und sie vermochte sie, durch ein nicht auszusprechendes Gefühl, von ihren gewöhnlichen Träumen zu unterscheiden. (Drittes Buch.)“ „Achtzehn Jahre alt, hatte der sinnliche Jüngling eine Verbindung eingegangen, die uns zeigt, wie er noch dem Heidenthum näher stand, als dem Christenthum. Sein Suchen nach Wahrheit führte ihn zu den Betrügereien der Sterndeuter. In Sinnlichkeit und eitler Neugier blieb sein Inneres ihm verschlossen und verborgen. Aber die erziehende Hand mahnte ihn, und zerriß ihm das Herz mit der Pein der Schmerzen um den frühen Tod des Freundes seiner Jugend. (Viertes Buch.)“ „Um seine Trauer zu vergessen, begab er sich nach Karthago zurück und wurde dort Lehrer der gerichtlichen Beredtsamkeit. Die manichäischen Schwärmereien genügten ihm, nachdem die erste Neugier vorüber war, nicht mehr. Lange hatte man ihn auf einen berühmten Auserwählten dieser Secte, mit Namen Faustus, vertröstet; aber er fand in ihm nur einen oberflächlichen Menschen und wurde durch das Ungenügende seines Umgangs den alten Irrthümern noch entschiedener entfremdet. Er verglich sie mit philosophischen Schriften, fand hier zwar nur ungenügende Vernunft, durch die er aber die manichäischen Lehren als baare Unvernunft kennen lernte. Das wilde Leben der Studirenden vertrieb ihn endlich in seinem dreißigsten Jahre aus Karthago. Er wollte seinen Lehrstuhl in Rom aufschlagen. Die Mutter widerstrebte, er belog sie und verließ sie heimlich. Mit tödtlicher Krankheit strafte ihn Gott bald nach der Ankunft in Rom, in der seine Seele aller Hoffnung entbehrte. Seine Genesung schrieb er den Fürbitten seiner fernen Mutter zu, die seinen ewigen Tod nicht zu ertragen vermocht hätte. Noch hielt er sich äußerlich zu den Manichäern, bis ihm hellere Wahrheit wurde, an deren Finden er schon fast verzweifelte. Da sandte ihn Gott an den Ort, der seiner Verirrungen Ziel wurde. Er erhielt die Stelle eines Lehrers der Beredtsamkeit in Mailand, der damaligen Residenz des weströmischen Kaisers Valentinian des Zweiten, der dort unter der Vormundschaft seiner Mutter Justina regierte, während Theodosius im Morgenlande herrschte, bis er nach Valentinian's frühem Tode das ganze römische Reich in seine Gewalt bekam. Dort hielt sich Augustin als Katechumene wieder zur Kirche, noch ungewiß, ob er je ein gläubiger Christ werden und die Taufe empfangen könne. Und so war er nicht viel besser als ein Heide, der, von dem Christenthum angesprochen, es als bloßer Zuhörer näher kennen lernen möchte, ohne den Entschluß mitzubringen, nach Christi Vorbild zu leben und sein zu werden. (Fünftes Buch.)“ „Seine treuen Freunde Alypius und Nebridius begleiteten ihn, als die Theilnehmer an seinen Irrthümern. Jener hatte sich den sinnlichen Ausschweifungen früher entzogen, als sein Freund, war aber in leidenschaftliche Neigung zu den Schauspielen seiner Zeit versunken, die von der Kirche mit Recht verabscheut wurden. Wie konnte ihr ein blindes Schicksal, wilde sinnliche Liebe und trostloses Untergehen des Menschen gefallen — und doch war