# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1857_S372 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 372 Lutherisch⸗theologische Pfarrers⸗Bibliothek. Heide, kümmerte sich nicht um das Seelenheil seiner drei Kinder, unseres Augustin, eines zweiten Sohnes, mit Namen Navigius und einer Tochter. Die Mutter Monika aber ersetzte, was der Vater vernachlässigte. Sie war eine fromme Christin und Augustin sagt von ihr, sie habe ihre Kinder mit mehr Schmerzen geistig geboren, als sie sie leiblich geboren habe. Auch hier wollte der Herr, wie einst bei Samuel und Johannes, zeigen, was eine gottselige Mutter ihren Kindern ist, die ihnen die erste aller menschlichen Liebe bietet, und sie sanft und umsichtig zur ewigen Liebe des Herrn lenkt. Bei Augustin's Fehltritten und Irrthümern, bis in seine männlichen Jahre, ließ sie nicht ab, ihn zu ermahnen und für ihn zu beten; sein Widerstreben zeigte ihre Liebe nur in vollerem Lichte. Und ihre ausharrende Treue war nicht vergebens; sie gewann den reichbegabten Sohn dem Herrn, und dann starb sie froh wie Hanna und Simeon, denn ihr Herz hatte den Heiland gesehen in ihres Sohnes Herzen. Drei und dreißig Jahre währte ihrer Liebe Schmerz um den Sohn, sie hatte ihn in ihrem 23. Lebensjahre geboren und starb 56 Jahre alt. Auch den Gatten hatte sie gewonnen, er starb als gläubiger Christ. — Augustin zeigt sich bereits in den Bekenntnissen über seine Kindheit als der tiefe Forscher im Menschenherzen, und findet die Sünde schon in seiner frühesten Jugend. Der Vater wünschte einen berühmten Mann aus ihm zu machen und verwendete fast über sein Vermögen auf seine wissenschaftliche Ausbildung. In seinen Knabenjahren wurde der Sohn von den Lehrern gar hart gehalten, statt der Liebe empfand er den dürren Stab und statt zum Glauben wurde er zur Eitelkeit von ihnen erzogen; aber sein Ehrgeiz wurde durch knabenhafte Spielsucht häufig vom Lernen abgehalten. Am Ende seiner Knabenjahre gaben ihn die Eltern in das benachbarte Madaura in die Schule, von der er verwildert im sechszehnten Jahre nach Hause zurückkehrte, wo er sich ein Jahr in allerlei Muthwillen umhertrieb, und sich auf die hohe Schule in Karthago vorbereiten sollte. — (Erstes und zweites Buch der Bekenntnisse.)“ „In dieser Zeit starb sein Vater. In Karthago ließ sich der Jüngling in die Ausschweifungen der höchst zügellosen Studirenden, jedoch mit innerem Widerstreben, hineinreißen, und sank frühe schon in Wollust. Im neunzehnten Jahre wurde durch eine Schrift Cicero's sein Geschmack für die ernstern Wissenschaften gewonnen und er begann nun nach Wahrheit zu suchen, gerieth aber in die verderbliche Secte der Manichäer, welche ihre phantastischen Albernheiten für höhere, als evangelische Weisheit ausgaben, und unter der Hülle der strengsten Entsagung nur desto frecher sündigten. Die Mutter wurde trostlos über des Sohnes Verirrungen, aber er vernachlässigte ihre Mahnungen, als wären sie nur Worte weibischer Schwachheit. Auch die Bibel dünkte ihm widerlich, wie sie es Jedem dünkt, der mit weltlichem Sinne hineinsieht. Nach fünfjährigem Aufenthalt, mit Kenntnissen und Eitelkeit reich beladen, aber mit friedenlosem Herzen, kehrte der ein und zwanzigjährige Jüngling nach Tagastä zurück und gab dort Unterricht in den schönen Wissenschaften. Die bekümmerte Mutter wurde durch ein Traumgesicht getröstet, das nach 12 Jahren