# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1857_S370 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 370 Lutherisch⸗theologische Pfarrers⸗Bibliothek. Schriften derselben, deren Schicksalen, Hauptausgaben, Authentie, Integrität und dergleichen handeln (auf 80 Seiten in groß Octav). Hierauf folgt der Text, auf der einen Seite das griechische Original, wo und so weit es vorhanden ist, auf der anderen Seite die lateinische Uebersetzung. Die Reihenfolge ist folgende: 1. der Brief von Barnabas; 2. die zwei Briefe des Clemens Romanus; 3. die sieben Briefe des Ignatius (die kürzere Recension); 4. die Acten des Ignatianischen Martyriums; 5. der Brief des Polykarpus; 6. der Brief der Smyrnaer Gemeinde von Polykarpus' Märtyrertod; 7. der Brief an Diognet; 8. der Hirte des Hermas. Die Aufnahme der Nummern 4, 6, 8 und der sehr problematisch hieher gehörigen schönen Schrift unter No. 7 kann man sich wohl gefallen lassen. Unter dem Texte befinden sich fortlaufend kritische, historische und sonst erklärende, meist sehr dankenswerthe Noten, in welchen sich auch die Angaben der Bibelstellen findet, welche im Texte citirt werden oder auf die darin auch nur angespielt zu werden scheint. Das Ganze beschließt ein sehr brauchbares Spruch⸗ und ein Real⸗, sowie Personalregister. Auch die über die Capitel gesetzten Summarien erhöhen die Brauchbarkeit des Werkes. Die dritte Auflage, auf Grund welcher wir unseren Bericht erstatten, ist „aucta et emendata“. — Unter den deutschen Uebersetzungen der Schriften der apostolischen Väter kennen und besitzen wir nur eine sehr gebrechliche, welche sich als Anhang findet in dem Wandsbecker Neuen Testament von 1710 in Quarto (das in 5 Columnen auf jeder Seite: die katholische deutsche Uebersetzung von Ulenberg, die lutherische, die reformirte Piscator's und die von Heinrich Reiz und endlich die auf Gutachten der Dortrechter Synode von sechs reformirten Theologen gefertigte und 1636 zu Leyden das erste Mal erschienene holländische Uebersetzung enthält.) Die Briefe der apostolischen Väter werden hier als „Novi Testamenti Apocrypha“ und zwar außer den oben unter No. 1—6 angeführten noch 4 der dem Ignatius untergeschobenen und der sogenannte Brief Pauli an die Laodicäer beigegeben. So nützlich es nun ferner jedenfalls einem lutherischen Pfarrer werden könnte, auch die nächst folgenden ältesten Schriften, die eines Justin's des Märtyrers, eines Cyprian's (den Luther einen „schwachen Theologus“, aber auch einen „trefflichen Mann und theuren Märtyrer“ nennt, „der grobe Stücke strauchelt,“) und eines Tertullian's (den Luther freilich, bei allem ihm sonst ertheilten Lob, einen „rechten Carlstadt“ nennt,) zu haben und zu lesen; so müssen doch unter den gegenwärtigen Umständen die meisten lutherischen Pfarrer sich jedenfalls begnügen, nur noch einige der unentbehrlichsten vollständigen patristischen Schriften sich anzuschaffen. Dahin rechnen wir aber vor allem einige Schriften des Augustinus. Von ihm schreibt Luther in einer Vorrede zu einer neuen Ausgabe des Augustin'schen Buches: „De spiritu et littera“ von 1518: „Da es nicht in eines jedweden Vermögen stehet, sich alle Werke Augustini anzuschaffen, ist es für nöthig befunden worden, zum Nutzen derer, die nicht viel in Vermögen haben, eines und das andere Büchlein Augustini in Druck ausgehen zu lassen: damit jedermann sehen