# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1857_S366 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 366 Dr. Martin Luthers Anweisung zum rechten Studium der Theologie. 1842 (Leipzig bei R. Beier) wieder auflegen. Und dieses Schriftchen ist es, welches unser geehrter Herr College, Herr Conrector Schick, in die deutsche Sprache übertragen und dem Druck übergeben hat. Es ist dasselbe zwar zunächst „den deutschen Theologie Studirenden in Amerika gewidmet“, es ist jedoch so beschaffen, daß es auch denen von überaus großem Nutzen sein wird, welche bereits ihren theologischen Cursus absolvirt haben und im Amte stehen; ja auch Laien werden das Büchlein mit Freude und zu großer Förderung in ihrem Christenthume lesen. Es zeigt den Weg zu wahrer Gottesgelehrsamkeit; zur Theologie, nicht sowohl, wie sie jetzt gemeiniglich betrachtet wird, als wissenschaftlicher Darstellung des Christenthums oder gar als „christlicher“ Religionsphilosophie, sondern vielmehr, wie die gottseligen Alten dieselbe betrachteten, als einem „habitus θεόςδοτος practicus“, d. h. als einer von Gott gewirkten thätigen Fähigkeit und Fertigkeit in Absicht auf die geoffenbarten Wahrheiten, die einem Menschen, so zu sagen, zur andern Natur geworden ist. Das Büchlein zerfällt in 3 Haupttheile. In dem ersten gibt Weller Anweisung zum rechten Schriftstudium und zeigt das Verhältniß desselben zu anderen Studien, z. B. der Kirchengeschichte, der Sprach⸗ und anderer Wissenschaften. Im zweiten Theile handelt Weller von dem Lesen der Kirchenväter und namentlich der Schriften Luthers. Im dritten Theile endlich gibt er Regeln und Rathschläge für die rechte Weise des Predigens. Wir geben mit Absicht keinen weiteren Auszug aus der Schrift. Wir bemerken nur so viel, daß das Büchlein eine wahre Quintessenz, ein wahrer Extract des Besten ist, was über wahres Studium der Theologie je geschrieben worden ist. Das Buch verdient nicht nur gelesen, sondern mit großem Ernst studirt und wieder und immer wieder gelesen und durchmeditirt zu werden. Die Hauptsache freilich ist, daß man die Probe macht und der darin gegebenen Anweisung treulich folgt. Wir sind überzeugt, daß kaum Ein Leser aus den Predigern es durchlesen wird, der nicht am Schlusse zwar mit Seufzen ausrufen wird: „Wollte Gott, ich hätte diese Anweisung bei dem Beginn meiner Studien gehabt! Wie manchen Umweg würde ich dann nicht gegangen sein und ein wie ganz anderes Ziel würde ich erreicht haben!“ — der aber nicht auch gedrungen werden sollte, Gott zu preisen, daß er durch das goldene Büchlein eine Anweisung erhalten habe, manches Versäumte mit Gottes Hülfe noch nachzuholen. Wir erlauben uns noch, diejenigen, welche Gelegenheit haben, das Büchlein auch in einer englischen Uebersetzung unter die Glieder des englisch redenden Ministeriums zu bringen, darauf aufmerksam zu machen, wie sehr sie die Sache unserer Kirche unter Gottes Segen fördern würden, so sie dies thäten. Der Preis des Büchleins (23 Seiten, brochirt, in steifem farbigem Umschlag) ist 10 Cents.