# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1857_S365 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Dr. Martin Luthers Anweisung zum rechten Studium der Theologie. 365 rechter Theologus an Lehr und Leben, dem Gottes Name und Ehre und sein und Anderer Seligkeit ein Ernst war, und der auch erkannte, was für große Wohlthaten Gott dem armen Deutschland durch Dr. Lutherum erzeiget und bewiesen hätte, und dankte und lobte Gott stets deswegen, und hatte gleichwohl immerdar die Beisorge, Gott würde wiederum seine Gnade von uns abziehen um unsers Undankes und fleischlichen weltlichen Sicherheit willen, wie wir denn sehen, daß es je länger je mehr täglich in allen Ständen geschehen will und die Fenster des Unglücks, Zorns und der Strafen auf allen Seiten aufgemacht werden.“ (Vorrede zu Weller's Trostbüchlein.) Joh. Belz, Pastor zu Allerstedt, schreibt aus eigener Erfahrung: „Es hat mich der hocherleuchtete Mann Dr. Wellerus mit seinen Trostbriefen und Gewissensrath Anno 1556 recht aus der Höllen gerissen und vom Tode auferwecket und erlöset. Mich hatte tristitiæ spiritus (der Trauergeist) schon hingerichtet, hätte den lieben Doctor Wellerum wohl an der Welt Ende gesucht.“ (Analecta Wellerian. II, 156.) Sigism. Schererz, Superintendent in Lüneburg, schreibt: „Er hatte bei seinem Leben vor viel hundert andern Gelehrten die sonderbare Gabe von Gott, daß er die geängsteten, angefochtenen und betrübten Herzen kräftiglich trösten konnte. Daher Gelehrte und Ungelehrte in solchem traurigen Zustande ihre Zuflucht zu ihm hatten und ihn beides mündlich und schriftlich um Trost ersuchten, denselben auch durch Gottes Gnade erlangten.“ (Speculum tentationum 1652. S. 190.) In der ihm gehaltenen Leichenpredigt heißt es: „Heute haben wir abermals eine Leiche eines fürtrefflichen und hocherleuchteten Mannes, der sich um diese Stadt, Kirche und Schule, ja um Land und Leute, auch in andern Kirchen wohl verdient hat; will Gott fortfahren, so haben wir zu besorgen, daß schreckliche gräuliche Strafen vorhanden. Die andern, die in ihre Fußstapfen treten sollen, wollen nicht hinnach.“ In der Rathschronik von Freiberg steht bei dem Bericht von seinem Tod: „Dieser fürtreffliche Mann hat ein stilles, heiliges, gottseliges Leben geführet, treulich und herzlich gebetet, und sich in Lehr und Wandel also erzeiget, daß er billig für den Freibergischen Propheten zu halten.“ Kein Wunder, daß dieses theuren Mannes Schriften immer hoch gehalten worden sind. Schon Churfürst August, unter dem die Concordienformel erschien, machte Anstalt, Weller's Schriften sammeln zu lassen und auf seine Kosten herauszugeben, starb aber über diesem gottseligen Vorhaben und so unterblieb es, bis M. C. F. Lämmel es im Jahre 1702 ausführte und sowohl die lateinischen als deutschen Schriften in zwei starken Folianten herausgab (der zweite, der deutsche, Tomus schmückt unsere Privatbibliothek). Löscher schreibt in der Anzeige dieses Werkes: „Sie sind eine rechte Schule für diejenigen, die ins Herz predigen und den süßen Geist des Evangelii recht wollen schmecken lernen.“ (Unschuld. Nachr. 1803. S. 200.) Eins der Weller'schen lateinischen Schriftchen: „Dr. M. Lutheri Regulæ de theologiæ Studio recte instituendo,“ ließ Professor Dr. Delitzsch