# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1857_S364 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 364 Dr. Martin Luthers Anweisung zum rechten Studium der Theologie. Ausarbeitung vieler herrlicher Schriften.*) Was Luther gleichsam mit dem Schwert erfochten hatte, das bebaute Weller in stiller Ruhe und Frieden, oder, was jenem wie ein schäumender tiefer Bergstrom entquollen war, das floß in diesem wie ein liebliches klares Bächlein und machte die Fluren grünend und fruchtbar. Gott prüfte unseren Weller fast ununterbrochen in dem Schmelztiegel heißer innerer Anfechtung und machte ihn so zu einem ebenso demüthigen, als besonders erfahrungsreichen und für Angefochtene so tröstlichen Theologen, wie es wohl wenige in der Welt gegeben hat. Sein Leben fiel in die Zeit, wo endlich fast alle Säulen der Kirche wankten, er aber wurzelte unter allen Stürmen nur um so tiefer und bewahrte treu und bezeugte fort und fort laut, was ihm Gott durch „seinen lieben Vater Luther“ aufgeschlossen hatte, bis an seinen Tod; welcher 1572 im 73. Jahre seines Alters erfolgte. Er starb an einem Schlagfluß. Am Abend vor seinem Tode hatte er noch einen langen tröstlichen Sermon von den überaus großen Wohlthaten Christi und der Freude des ewigen Lebens gehalten, mit den Seinen brünstig gebetet und hatte mit fröhlichem Muthe sich zur Ruhe begeben. Am Morgen fand man ihn todt in seinem Bette, nachdem man, wie Jöcher erzählt, „ein großes Licht rings um sein Bette her hatte scheinen sehen, als ob die ganze Kammer voll Feuer wäre;“ wovon Weller selbst sagte: Es sind die lieben Engel. Schon bei seinen Lebzeiten stand der theure Mann weit und breit in dem Ansehen eines heiligen Gottesmannes. Dr. Zacharias Rivander, Superintendent zu Bieberstein, schreibt in seiner Festchronik (Eisleben 1602): „Es war ein frommer, heiliger und gottesfürchtiger Mann zu Freiberg in Meissen, Hier. Weller, welchen ich auch selbst gesehen und gehört. Von demselbigen, als ich noch ein Knabe und allda in die Schule ging, hörte ich sagen, daß die Engel Gottes pflegten zu ihm zu kommen und mit ihm Gespräch zu halten; denn das war bekannt und die gemeine Rede unter den Leuten.“ Basilius Faber schreibt in der Dedication, die er der von ihm besorgten deutschen Ausgabe der Weller'schen Auslegung der evangelischen und epistolischen Pericopen vorangesetzt hat (Nürnberg 1559): „Weller lehret wahrlich als ein geübter und wohlversuchter Theologus und weiset uns gar eine meisterliche Praxis und Uebung des göttlichen Wortes, daran denn alles gelegen ist, nehmlich, was für Kraft es habe, wenn und wie es zu gebrauchen, daß es im Herzen lebendig werde und gewissen Trost und Hülfe mit sich bringe, wie man es auch einer jeden Person also appliciren und fürhalten könne, daß ihr damit gerathen sei.“ Selneccer schreibt von Weller: „Er war ja recht fromm, gottesfürchtig, stets im Gebet, in großer Geduld, ohne Falsch, eifrig in der wahren Lehre des Glaubens, nicht kalt, sondern ernstlich in seinem Beruf, tröstlich den armen Gewissen und war den stolzen aufgeblasenen Geistern, Schwärmern, Calvinisten und dergleichen Abenteurern von Herzen feind, und in Summa: ein *) Er hatte sich ein „Museum“ in seinem Gärtchen bauen lassen, worin er die meiste Zeit in heiligen Meditationen und Gebet für alle Noth, gemeine und besondere, hinbrachte.