# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1857_S362 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 362 Dr. Martin Luthers Anweisung zum rechten Studium der Theologie. schungen vorgelegt. Wer jetzt mit Wißbegier und Verwunderung über die Seiten, die einen merkwürdigen Gegenstand nach dem andern vorführen, dahin eilt, denkt vielleicht kaum daran, daß in der Regel je süßer die Frucht ist, desto saurer die Arbeit war. Gewiß ist das Publicum überhaupt dem verehrten Verfasser zu zweifachem Dank verpflichtet, indem derselbe nicht nur das Erz mit großer Anstrengung in seinen mehrern größern Werken zu Tag gefördert, sondern es auch in diesen kleinern bereits zu unmittelbarem Gebrauch und Genuß verschmolzen hat. Insonderheit verdient er den Dank des amerikanischen Publicums, indem er die amerikanische Literatur, die an der Gleichen gründlichen und ins Einzelne gehenden Forschungen so arm ist, daß seine Werke vielleicht einzig in ihrer Art dastehen, mit gedachten Schriften bereichert, und dadurch etwa einen Fingerzeig und Impuls für neue literarische Thätigkeit gegeben hat. Und sollten auch Herrn Professor Seyffarth's Aufschlüsse und Resultate nicht alle, oder in allen Stücken richtig sein — was Referent gegenwärtig eben so wenig zu behaupten als zu leugnen wagt, und competenteren Personen zu beurtheilen überläßt — so ist doch jedenfalls durch den verehrten Verfasser viel Material zur Erledigung der obschwebenden Fragen ans Licht gebracht, und sind zugleich wichtige Winke zur Benutzung desselben gegeben, so daß ohne Zweifel der Wissenschaft ein wahrer Dienst geleistet ist, und man hoffen darf, daß der, von dem theuren Herrn Verfasser, der die Wissenschaft in den Dienst des Glaubens und der Kirche stellt, in der Vorrede ausgesprochene Wunsch, „daß der HErr diese Blätter zum Heile seiner Kirche möge dienen lassen,“ nicht unerfüllt bleiben wird. Möchte denn diese Uebersiedelung deutscher Wissenschaft auf amerikanischen Boden auch bei manchen in diesem Lande den Sinn für Wissenschaft wecken und stärken, und möchten sich wenigstens einige hier finden, die, auf welchem Gebiet es auch immer sei, dem würdigen Herrn Verfasser in seinem unermüdlichen und die Ehre Gottes sich zum letzten Ziel setzenden Fleiß nacheifern. B. Dr. Martin Luthers Anweisung zum rechten Studium der Theologie. Nach mündlichen Aussprüchen desselben aufgezeichnet von Dr. Hieronymus Weller. Aus dem Lateinischen übersetzt und den deutschen Theologie Studirenden in Amerika gewidmet von Georg Schick, Conrector am Concordia⸗Collegium. St. Louis, Mo., bei Aug. Wiebusch & Sohn. 1857. Zu keiner Zeit, so lange es eine Christenheit gibt, hat Gott, außer zur apostolischen, der Kirche so viele hochbegabte Lehrer gegeben, als zur Zeit der