# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1857_S361 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Uebersicht neuer Entdeckungen in der biblischen Zeitrechnung ꝛc. 361 correct in Bekenntniß und Lehre zu sein. Bei der vorjährigen Herbstconferenz zu Gnadau zeichnete Präsident von Gerlach in einer kurzen pikanten Rede, die nur „Laiengedanken“ aussprechen wollte, den Gegensatz von Sonst und Jetzt, von der Zeit des Pietismus und von der der Kirchlichkeit, der Zeit der Subjectivität und der der Objectivität. Er spricht von der Kirche als Institution, von den liturgischen Formen im Gegensatz zu den freien Gebeten in der Kirche sonst, von der Behandlung der Predigt, von der Betonung des Amts, der Amtsansprüche, des Amtsbewußtseins, der Beichte u. s. w. Er schließt die Uebersicht mit den Worten: „Ich bin nicht laudator temporis acti, und obgleich ich die Energie der Liebe in jener Zeit hervorheben muß, so finde ich doch in der Gegenwart einen großen Fortschritt: vom Pietismus zum Kirchenthum, vom Individuellen zur Basileia.“ Aber vom Bekenntniß schweigt er! Nur mit der Aeußerung berührt er es: „Das Christenthum als Heilsweg nimmt uns nicht mehr so in Anspruch; daher jetzt die Accentuirung des Amtsbewußtseins“ u. s. w. Nun ist gerade dies das Besondere der reformatorischen, der lutherischen Erkenntniß, die Erkenntniß des Heilswegs, und die Lehre vom Heilsweg das Centrum unseres Bekenntnisses; der Heilsweg selbst aber das, was billig jederzeit am meisten „in Anspruch nehmen“ sollte, weil uns billig nichts so in Anspruch nimmt, als die Frage nach dem Wie des Seligwerdens. Eine gewisse Gleichgültigkeit gegen das Bekenntniß und bekenntnißmäßige Correctheit begegnet uns auch sonst. Sie offenbart sich besonders im Verhalten gegen das Centrum desselben: die Lehre von der Rechtfertigung durch den Glauben. Man bestreitet sie nicht, aber man stellt sie mehr bei Seite. Die centrale Stellung, welche sie in unserem Bekenntniß einnimmt, erscheint auch noch als Rest protestantischer Subjectivität, welche durch die kirchliche Objectivität zu überwinden sei. Und was setzt man dafür in das Centrum? Die Sacramente. Wo bleibt dann das verbum visibile? Amt und Sacrament: das sind die Träger der kirchlichen Objectivität — am Ende auf Kosten der Rechtfertigungslehre. Das ist der Weg, den auch die Entwickelung der römischen Kirche gegangen. (Eingesandt.) Uebersicht neuer Entdeckungen in der biblischen Zeitrechnung, allgemeinen Weltgeschichte und ägyptischen Alterthumskunde, nebst Uebersetzung des ersten heiligen Buches der alten Aegypter. Von G. Seyffarth, A. A. M. Ph. Th. D. New⸗York, Heinrich Ludwig, Verleger, No. 39, Centre⸗Str. Unter obigem Titel hat der verehrte Verfasser die von ihm zuerst in New⸗York im Frühjahr 1856 gehaltenen Vorlesungen nunmehr der Oeffentlichkeit übergeben, und damit im Anschluß an das kürzlich von ihm erschienene kleine Werk, betitelt: „Die wahre Zeitrechnung des Alten Testaments u. s. w.“ dem Publicum die Resultate seiner mehr als dreißigjährigen unermüdeten For⸗