# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_December 1857_S353 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lehre und Wehre. Jahrgang III. December 1857. No. 12. (Eingesandt von der südlichen Prediger⸗Conferenz der östlichen Districts⸗Synode.) Vorbemerkung. Der folgende Aufsatz ist eine Zusammenstellung mehrer Berichte, die von den Predigern unserer Conferenz als eine in einer früheren Zusammenkunft aufgegebene Conferenzarbeit an den Unterzeichneten eingesandt worden sind, und denen derselbe seine eigenen Ansichten über den betreffenden Gegenstand beigefügt hat. Der Zweck dieser Zusammenstellung war zunächst, uns für unsere eigne Person klar zu werden, nicht aber, sie der Oeffentlichkeit zu übergeben; nach einer sich daran knüpfenden längeren Besprechung jedoch drückte die Conferenz den Wunsch aus, sie auch unsern andern Amtsbrüdern in „Lehre und Wehre“ mitzutheilen. — Zusammenstellung der Berichte über Exordien. Der Inhalt der eingegangenen Berichte dreht sich hauptsächlich um folgende vier Fragen: 1. Ob die Exordien (Einleitungen) nothwendig seien; 2. Ob durch sie erreicht werde, was sie bezwecken sollen; 3. Ob sie daher rathsam seien, und 4. Ob wir für sie eine Analogie in der Schrift, oder bei den besten lutherischen Kanzelrednern finden. Die erste Frage betreffend, nämlich ob die Exordien nothwendig seien, so wird dies von den Einsendern der Berichte verneint, und zwar deswegen, weil die Predigt oder die eigentliche Abhandlung (peroratio) rechtmäßiger Weise nichts anders sein solle, als eine Auslegung des Textes, und nicht etwa bloß einen Gegenstand begreifen dürfe, der mehr oder weniger den Text zum Grunde hat, z. B. wenn man einen Vers herausnimmt, und darüber ausschließlich predigt, oder wenn man gar bloß von dem Text Gelegenheit nimmt, über etwas Anderes zu reden. Der Text aber ist den Zuhörern schon vorher bekannt, daher ist es unnöthig, sie noch auf den Inhalt desselben vorzubereiten. Ueberdies ist der Transitus dazu da, um den summarischen Inhalt des Textes in gedrängter Kürze, und mit markirten Zügen darzulegen, woraus sich leicht die Disposition ergiebt. Einer der Einsender spricht: „Exordien sind unnöthig, denn die Gründe der Rhetoriker, dadurch den Zuhörer attentum, docilem et benevolum reddere, passen wohl für politische oder gerichtliche Reden, nicht aber für die christliche Predigt, denn solche Zuhörer, die nicht als attenti und dociles zur Predigt kommen, die wird auch der beste Eingang nicht dazu machen (?). Das Meiste, 23