# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1857_S335 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Wie in Reuß⸗Greiz mit Abstellung der gemischten ꝛc. 335 am lutherischen Altare das heilige Abendmahl. Unter solchen Umständen kam es den bekenntnißtreuen Lutheranern in Greiz hart an, mit Wort und That gegen die erkannte Sünde zu protestiren. Der HErr verhalf aber allgemach doch zu „heiligem Muth, heilsamen Rathschlägen und gerechten Werken.“ Das Kirchenministerium in Greiz erließ vor einiger Zeit öffentlich folgende Bekanntmachung: „Diejenigen Mitglieder der hiesigen Kirchengemeinde, welche aus Landeskirchen evangelisch⸗reformirten Bekenntnisses anher gekommen sind und nicht bereits ihren herzlichen und förmlichen Anschluß an die hiesige evangelisch⸗lutherische Landeskirche und deren Bekenntniß erklärt haben, werden hiemit davon in Kenntniß gesetzt, daß unter gnädigster Genehmigung und Förderung durchlauchtigster Landesherrschaft ein Geistlicher reformirter Confession nächsten Montag und Dienstag hier anwesend sein wird, welcher am Dienstag Vormittag in dem dazu huldreichst überlassenen obern Saale des fürstlichen Gartenpalais die Feier des heil. Abendmahls nach dem Ritus der evangelisch⸗reformirten Kirche, und Montags zuvor die Vorbereitungsandacht dazu veranstalten wird, auch daß die Anherkunft desselben für solchen Zweck, so Gott will, auch für die Zukunft von Zeit zu Zeit stattfinden wird. Dieselben werden freundlichst veranlaßt, sich dieser Feier anschließen zu wollen, da bei dem in neuester Zeit unter den Gemeinden lebhafter hervorgetretenen confessionellen Bewußtsein die Theilnahme reformirter Confessionsverwandten an der Abendmahlsfeier der hiesigen evangelisch⸗lutherischen Gemeinde fernerhin nicht thunlich sein wird.“ Hiemit hat das lutherische Kirchenministerium in Greiz doch gewiß, wie jeder wahrheitsliebende Mensch zugestehen muß, in rechter Weise liebevoll, dazu auch recht friedlich und freundlich geredet und gehandelt. Dennoch wurde in allerlei Zeitungen darüber ein Zetergeschrei erhoben, was zu dieser unserer in kirchlichen Dingen so unaussprechlich confusen Zeit gar nicht zu verwundern ist. Der große Haufe derer, die sich Christen nennen, kennt heutzutage die Liebe nicht, von welcher St. Paulus 1 Cor. 13. schreibt: „Sie freuet sich nicht der Ungerechtigkeit, sie freuet sich aber der Wahrheit.“ Weil aber die Aufrichtigkeit dem HErrn angenehm ist, so verleiht der HErr auch Gnade und Segen, wenn mit aufrichtigem Herzen durch Wort und That der Wahrheit die Ehre gegeben wird. Ist doch, wie man hört, die regierende Fürstin von Greiz mit mehreren Hofdamen nicht nur zu der gewissen Ueberzeugung gekommen, daß Uebung der gemischten Abendmahlsgemeinschaft Sünde und die lutherische Abendmahlslehre die allein schriftgemäße ist, sondern auch zur lutherischen Kirche übergetreten. Diejenigen bekenntnißtreuen Lutheraner aber, welche anderswo zu Gottes Tisch gehen mußten, so lange in Greiz gemischte Abendmahlsgemeinschaft bestand, werden jetzt wieder an ihrem eigenen Altar das hochwürdige Sacrament genießen können. Sollte denn nicht auch in andern lutherischen Landeskirchen, wie z. B. in Bayern, die Sünde der gemischten Abendmahlsgemeinschaft eben so leicht