# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1857_S334 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 334 Wie in Reuß⸗Greiz mit Abstellung der gemischten ꝛc. als einen gläubigen Geistlichen in Wahrung seiner Pflicht zu schätzen; man sieht wohl, was er thun würde, wenn er könnte — verfolgen. Das sind Lebensversuche des Rationalismus in Sachsen, denen vielleicht ernstlichere und bedenklichere folgen, wenn günstigere Zeiten eintreten sollten. Als ein Zeichen davon kann man auch die Frechheit ansehen, mit welcher jener rationalistische Pfarrer die vor einiger Zeit erwähnte Schmähschrift: „Die Uebertreibungen auf dem Gebiet der Orthodoxie ꝛc.“ sich erlaubte, in 30 Exemplaren der Kirchenregierung zuzusenden. Die Regierung war selbst darin direct und indirect angegriffen; aber der arme Mann, dem alle Hingebung in Glauben und Liebe nur lächerlich erscheinen kann, mußte doch meinen, in seinem Rechte zu sein. Die Regierung hat sich damit begnügt, dem Pamphletschreiber eine Verwarnung wegen der oberflächlichen, ja leichtfertigen Art und Weise zugehen zu lassen, wie darin die wichtigsten evangelischen Lehren behandelt werden, als eines im Amte stehenden Geistlichen nicht würdig, und ihre ernste Mißbilligung zu erklären. Vermuthlich ist ihr bekannt, daß bei dem unglücklichen Manne zur geistlichen Blindheit auch die leibliche hinzugetreten ist, wodurch er seiner schädlichen Wirksamkeit ohnedies enthoben werden wird. Man sieht, der Rationalismus ist nicht todt, er lebt und will herrschen; aber der HErr ist doch bei uns wohl auf dem Plan mit seinem Geist und Gaben. Eben geht die Kirchenvisitation in Sachsen ihren neuen gesegneten Gang; die Gemeinden nehmen sie allenthalben, wo man nur davon hört, mit Freuden auf. Der Oberhofprediger Dr. Liebner hat an die Visitatoren eine sehr wohl gemeinte Schrift über das Wesen der Visitation ergehen lassen, welche auf die Bekenntnisse dringt und geeignet ist, kräftig zu wirken; die Kirche zeigt Leben, das Bekenntniß des Glaubens kommt mehr zu seinem Rechte, viele schöne Kräfte werden für die Kirche in Bewegung gesetzt; sie hat doch immer den Gewinn als Gemeine der Bekenner und man wird gewahr: „Der feste Grund Gottes besteht und hat das Siegel: der HErr kennt die Seinen, und: es trete ab von aller Ungerechtigkeit, wer den Namen Christi nennet.“ — So werden auch die Kämpfe, die der Rationalismus gegen die Kirche erhebt, zum Gewinn der letztern ausschlagen und ihr den endlichen Sieg verschaffen. Nur treu! — (Aus dem „Freimund.“) Wie in Reuß⸗Greiz mit Abstellung der gemischten Abendmahlsgemeinschaft Ernst gemacht wird. Auch die lutherische Kirche des Fürstenthums Reuß⸗Greiz machte sich längere Zeit der Sünde der gemischten Abendmahlsgemeinschaft theilhaftig. Die fromme Gemahlin des jetzt regierenden edlen Fürsten war selbst mit mehreren Hofdamen der reformirten Kirche zugethan und genoß mit ihnen