# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1847 02 23_S74 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) luth. Zions-Gemeinde: Adam Liebrich, Joh. P. Brück, Conrad Schmidt, Adam Guthmann, Peter Schloſſer, W. Klein. Hamilton, Butler Co. Ohio, d. 4. Febr. 1847. N. B. Wir bitten alle Redacteure chriſtlicher und kirchlicher Zeitſchriften, dieſe Rechtfertigung aufzunehmen. Der beſagte Kirchenrath. Lutheriſche Beſchlüſſe. Mit großer Freude theilen wir unſern Le⸗ ſern folgende Beſchlüſſe der neunten Seſſion des „öſtlichen Diſtricts der evangeliſch-luth. General⸗Synode von Ohio“) und den angrenzenden Staaten,“ die wir dem „Lu⸗ theran Standard“ entnehmen, mit. „Da die ſogenannte General-Synode der ev. lutheriſchen Kirche in den Ver. Staaten in ei⸗ nem Briefe (datirt Gettysburg, den 10. Nov. 1845 und gerichtet an die Mutterkirche in Deutſchland) das offene Bekenntniß gethan hat: „„Daß Luthers beſondere Anſicht von der leib⸗ lichen Gegenwart des HErrn in dem h. Abend⸗ mahle ſchon längſt von der großen Mehrheit unſerer Prediger aufgegeben worden iſt;““ „Da ferner die ev. luth. Generalſynode von Ohio in ihrer letzten Sitzung zu Lancaſter, O., die endliche Entſcheidung der Frage: „„Sollen diejenigen, welche in Zukunft durch die Ohio Synode ordinirt werden, auf die ſym⸗ boliſchen Bücher unſerer Kirche beeidigt wer— den?““— auf die nächſte Seſſion verſchoben hat; daher ſei: „Beſchloſſen: Daß nach unſerer Mei⸗ nung die Zeit gekommen iſt, wo es durchaus nothwendig iſt für die Erhaltung der bibliſchen Lehren der wahren lutheriſchen Kirche in den Vereinigten Staaten, daß diejenigen, welche in Zukunft ordinirt werden ſollen, auf die ſymbo⸗ liſchen Schriften der ev. luth. Kirche beeidigt werden. „Indem wir glauben, daß diejenigen Predi⸗ ger, welche den „„Neuen Maßregeln““ huldi⸗ gen, nicht allein Neuerungen in den öffentlichen Gottesdienſt einführen, welche gegen die apo⸗ ſtoliſche Ermahnung ſtreiten, 1 Cor. 14, 40. „„Laſſet alles ordentlich zugehen,““ ſondern auch die Lehren der ſymboliſchen Bücher der lutheriſchen Kirche verwerfen, namentlich die von den Sacramenten, auch verleugnen, daß wir in der h. Taufe wiedergeboren werden durch Waſſer und Geiſt, und daß wir in des HErrn Abendmahl den wahren Leib und das wahre Blut IEſu Chriſti empfangen, und in⸗ dem wir aus dieſen wohlgegründeten Urſachen ſolche nicht für echt lutheriſche Prediger erken— nen können; ſo ſei daher: „Beſchloſſen: Daß eine engliſche Ue⸗ berſetzung des Concordienbuches ſchon lange von uns als ein dringendes Bedürfniß betrach⸗ tet worden iſt, und als ein Mittel, die urſprüng⸗ liche reine Lehre der lutheriſchen Kirche zu be⸗ wahren, und daß wir uns daher freuen, daß Dr. S. G. Henkel entſchloſſen iſt, dieſes ſchwie⸗ *) Dieſe Generalſynode iſt mit der abgefallenen „Gent⸗ ralſynode der Vereinigten Staaten“ nicht zu verwechſeln. 7⁴4 rige Werk zu unternehmen, und wir wünſchen ihm Gottes reichen Segen hiezu. „Beſchloſſen: Daß die Ausgabe der Hauspoſtille Dr. Luthers oder der Predigten über die Evangelien für alle Sonntage und die vornehmſten Feſte des ganzen Jahres (beſorgt durch Herrn Ludwig in New⸗York) eine Quelle großer Freude für die Synode iſt und daß wir es von ganzem Herzen allen Gliedern unſerer Kirche empfehlen, ſich ein Exemplar anzu⸗ ſchaffen.“ Wir können nicht ſagen, mit welcher inni⸗ gen Freude wir dieſe Beſchlüſſe begrüßen. Sie erwecken in uns, und gewiß mit uns in vielen unſerer Leſer, neue, große Hoffnungen für un— ſere theure ev. lutheriſche Kirche in den Ver. Staaten. Wir zweifeln nicht, daß das hiemit gegebene Beiſpiel die geſegnetſte Wirkung ha— ben und daß demſelben noch viele kirchliche Körperſchaften folgen werden. Es wird offen— bar werden, daß ſich Gott in der lutheriſchen Kirche hieſigen Landes noch manchen treuen Knecht hat überbleiben laſſen, der ſeine Kniee vor dem Baal der eingedrungenen falſchen Lehre nicht gebeugt hat oder der doch vom Irr— thum zur Wahrheit endlich wieder zurückgekehrt iſt. Gott wird auch Gnade geben zu immer innigerer Einigung aller derer, die hier das der lutheriſchen Kirche von Gott geſchenkte Kleinod der reinen Lehre feſthalten wollen. Mit ſol— chen Beſchlüſſen, wie die angeführten, iſt ja der rechte Grund zur wahren Einigkeit gelegt. Auf ſolchen Grund gemeinſchaftlich zu bauen, wer— den und müſſen alle rechtſchaffenen Lutheraner ſich die Hand zu reichen willig und bereit ſein. Sollte auch noch eine ziemliche Verſchiedenheit unter ihnen in Betreff der Praxis, äußerer Gebräuche u. dgl. bleiben, ſo kann dies der wahren Einigkeit keinen Eintrag thun, da die⸗ ſes nach dem 7. Artikel der Augsburgiſchen Confeſſion „genug (iſt) zu wahrer Einigkeit der chriſtlichen Kirchen, daß da einträchtiglich, nach reinem Verſtande das Evangelium gepredigt, und die Sacramente dem göttlichen Worte ge— mäß gereicht werden.“ Die „wichtige Enthüllung.“ Unter dieſer Aufſchrift meldet Herr Weyl in ſeiner „Hirtenſtimme“, daß ihm von Paſtor Paſſavant ein Buch unter folgendem Titel ge⸗ fälligſt zugeſendet worden ſei: „Sendſchreiben an die ev. luth. Kirche zunächſt in Wisconſin, Miſſouri, Preußen und Sachſen von Ernſt Moritz Bürger, ev. luth. Prediger in Buffalo, N. Y. —gedruckt zu Leipzig.“ Herr Weyl ver— ſpricht mit ſichtlicher Freude, ſeinen Leſern aus dieſem Buche einige Auszüge mitzutheilen, und zwar, wie er ſagt, „damit ſeine Leſer erkennen mögen, was die Secte der Altlutheraner war und noch iſt.“ Wir haben zwar das angezeigte Buch noch nicht zu ſehen bekommen, wenn jedoch darin das Weſen und die Sünden des Stephanismus wirklich der Wahrheit gemäß dargeſtellt ſind, ſo enthält das Buch wenigſtens keine „Enthül⸗ lung“ einer bis dato verſchleiert geweſenen Sache, denn wir Betheiligten haben nun ſchon vor ſieben Jahren theils pri⸗ vatim in Briefen, theils öffentlich auf der Kan⸗ el und durch den Druck, ohne uns ſelbſt zu ſconen, das ſogenannte Geheimniß des Ste⸗ phanismus und was damit zuſammenhängt, ſelbſtenthüllt. Wir haben auch bereits im „Lutheraner“ (Jahrg. I. Nr. 20) Gelegen⸗ heit genommen, unſere eigene Geſinnung in Betreff des Stephanismus öffentlich kund zu. geben und wegen des gegebenen Aergerniſſes dit Kirche demüthig und bußfertig um Verzeihung gebeten und zwar, wie wir wiſſen, bei vielen rechtſchaffenen Kindern Gottes nicht ohne Er⸗ folg. Kann nun Herrn Weyls Wiedererzäh— lung der alten Geſchichte des Stephanismus dazu dienen, daß vielleicht noch mancher da⸗ durch vor ähnlichen Verirrungen gewarnt und ihm gezeigt wird, wohin nach Stephans Bei⸗ ſpiel muthwilliges Betrüben des h. Geiſtes und nach dem Beiſpiel ſeiner Anhänger abgöt⸗ tiſches Vertrauen auf einen Menſchen und falſches Gewiſſen endlich führe, ſo können wir, die wir uns leider einſt von Stephan bethören ließen, uns darüber nur freuen. Sollte aber Hr. Weyl ſeinen Fund nicht nur dazu benutzen, uns, die wir den Stephanismus durch Gottes Gnade ſelbſt erkannt, und bereits öffentlich ſelbſt verdammt und uns bußfertig zur lutheri— ſchen d. i. zur bibliſchen Wahrheit gewendet haben, zu ſchänden, ſondern auch wohl gar das alte Lutherthum und alle, die demſelben anhangen und mit dem Stephanismus nie etwas zu thun hatten, mit dem Kothe deſſelben zu bewerfen, ſo mag er dies auf ſein Gewiſſen thun. Alle Läſterungen der Wahrheit und un⸗ ſerer Kirche, die daraus entſpringen, ſo tief ſie uns Schuldige ſchmerzen und vor Gott auf's neue demüthigen werden, werden dann nicht wir, ſondern Hr. Weyl vor Gott zu verant⸗ worten haben. Wenn derſelbe ſagt, Altluther⸗ thum iſt Stephanismus, ſo lügt er dies wider ſein eigenes Gewiſſen, denn nur durch gründ⸗ liche Bekehrung von unſerm vormaligen Ste⸗ phanismus ſind wir endlich durch Gottes Gnade zur ewig alten lutheriſchen Wahrheit gekommen. An die Leſer des „Lutheraner.“ Viele klagen, in den letzten Monaten den „Lutheraner“ nicht erhalten zu haben. Wir verſichern, daß die Schuld nicht an unſerm Expedienten liegt, der das Blatt mit der größ⸗ ten Sorgfalt auch in den letzten Monaten ver— ſendet hat. Die Urſache liegt ohne Zweifel in der Mangelhaftigkeit des hieſigen Poſtwe⸗ ſens, da gegenwärtig allenthalbenher Klagen. auch über das Nichteintreffen der politiſchen Blätter eingehen. Denjenigen Leſern, wel⸗ chen der dritte Jahrgang nicht von den erſten Nummern an geſendet werden konnte, da ſich dieſelben bei der unerwarteten Zunahme der Leſer bald vergriffen hatten, werden ſo viel Nummern des vierten Jahrgangs gut geſchrie— ben, als ihnen von dem dritten nicht geſendet werden konnten. Bezahlt: 3. Jahrg. Hr. P. Hattſtädt (2 Ex.) 1. Hälfte des 3. J. die HH. A. Hofſtädter, Ch. Heiſe. 2., „ „ Herr Möhlenkamp. Erhalten für die lutheriſche Heidenmiſſion in Michigan, von zwei Ungenannten 82,00. Gedruckt bei Weber und Olshauſen.