# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1857_S327 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Das Gymnasium zu Weimar. 327 12. Die Prediger des Evangeliums sollen daher alle die Kinder taufen, die ihnen mit dem Begehr, sie zu taufen, gebracht werden. 13. Die Kinder sollen nicht tragen die Missethat des Vaters und der Bund, den Gott in der heiligen Taufe mit dem Menschen schließt, bleibt auf Gottes Seiten fest, auch wenn die Menschen nicht glauben. 14. Die Prediger des Evangeliums sollen daher auch die Kinder von Getauften, die ihnen gebracht werden, taufen, wenn diese auch Gottlose, Ungläubige, Irrgläubige, Ketzer, Gebannte sind. 15. Auch die Kinder solcher Eltern sind heilig und haben ein Anrecht an die Taufe, von denen nur Ein Theil gläubig oder getauft ist. 16. Die Mutter hat ebensowohl wie der Vater das Recht wie die Pflicht, für die Seligkeit ihres Kindes zu sorgen und für ihres Kindes Seele einst Rechenschaft zu geben und daher Recht und Pflicht, für ihr Kind die heilige Taufe zu begehren. 17. Die Prediger des Evangeliums sollen daher auch solche Kinder taufen, die der gläubige oder getaufte Theil der Eltern zur Taufe bringt, selbst wenn der andere Theil dawider ist. 18. Gottes Name soll nicht unnützlich geführt werden. 19. Es ist daher nicht recht, wenn ein Prediger ein solches Kind tauft, dessen Eltern dasselbe nicht christlich erziehen wollen, oder es selbst nicht christlich erziehen lassen wollen. 20. Niemand soll in ein fremdes Amt greifen. 21. Die Prediger des Evangeliums sollen daher nicht die Kinder solcher Eltern taufen, die ihnen dieselben zwar zur Taufe bringen, die aber nicht zu der Heerde gehören, die ihnen befohlen ist. (Aus dem „Freimund.“) Das Gymnasium zu Weimar. Mit Recht sind jetzt mehr als früher die Augen aller, die das wahre Wohl des Volkes wollen, auf unsere gelehrten Schulen oder Gymnasien gerichtet. Denn in ihnen werden die künftigen Leiter des Volks in Staat und Kirche in den wichtigen Jahren zwischen 14 und 20, da der Mensch in der Regel die Richtung entweder aufwärts oder abwärts einschlägt, gebildet. Diese Jahre sind meist noch entscheidender als die Universitätsjahre. — Diese Schulen nun haben unstreitig in Deutschland seit der Reformationszeit, was die eigentliche Gelehrsamkeit betrifft, sehr viel gethan, und ihnen hat unser Volk den Ruhm der wissenschaftlichen Tiefe und Gründlichkeit zum größten Theile zu verdanken. Das wollen wir ihnen nicht vergessen! — Aber wie stehts mit der Bildung zum Reiche Gottes, mit dem Verständnisse dessen, was die Kirche in unserm Volke und an jedem einzelnen will? Hier haben auch diese Schulen seit einem Jahrhundert viel versäumt und viel