# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1857_S325 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Ueber die Benutzung der Kirchengeschichte für die Predigten. 325 2. Die Besserung aller 3 Stände (Gottes Gebot halten). 3. Die Erkenntniß des seligmachenden Glaubens. 4. Die große Kunst, selig zu sterben. d. Ueber Ps. 46. Die Erhaltung der reinen Lehre seit der Reformation, eines der größten Wunder Gottes: 1. Bei drohenden Spaltungen bald nach Dr. Luthers Tode. 2. Bei der Gefahr über dem Eifer für frommes Leben den Eifer für die reine Lehre zu vergessen. 3. Bei dem gänzlichen Abfall unter der Herrschaft der Vernunft. 4. Bei dem unseligen Versuche, die lutherische und reformirte Lehre zu vereinigen. Es ist sehr zu rathen, um diese Zeit ein Jahr um das andere die Epitome der Concordienformel und die Schmalkaldischen Artikel, wenn auch ohne den Anhang, vorzulesen, ähnlich wie es oben bei dem Gedächtnißtage der Augsburgischen Confession angegeben worden ist. Die Erfahrung lehrt, daß viele entweder gar nicht zum eigenen Lesen dieser Stücke kommen, oder daß ihnen doch dieselben verständlicher und nutzbarer durch das Vorlesen werden. 10. Dr. Luthers Geburts⸗ und Todestag. Zur ähnlichen Feier beider ermuntern uns mehrere Aussprüche der heil. Schrift, als Ps. 116, 16.: Der Tod seiner Heiligen ist werth gehalten vor dem HErrn; Sprüchw. 10, 7.: Das Gedächtniß der Gerechten bleibt im Segen; und vor allem Hebr. 13, 7.: Gedenket an eure Lehrer, die euch das Wort Gottes gesagt haben, welcher Ende schauet an und folget ihrem Glauben nach. Dazu ermuntert uns das Vorbild der alten christlichen Kirche, die die Geburts⸗, d. h. Todestage der Märtyrer feierlich beging, desgleichen das Vorbild vieler lutherischer Lehrer, die Predigten über Dr. Luthers Leben und insonderheit zum Gedächtniß seines Geburts⸗ und Todestages gehalten haben, wie insonderheit der oben erwähnte Cyriacus Spangenberg in 18 Predigten gethan hat. Nach dem Vorgange des letztern habe ich an diesen Tagen früher mehrere Jahre hindurch Dr. Luthers Geburt und Abschied nach gewissen Beziehungen mit Gottes Wort beleuchtet. So habe ich an seinem Geburtstage über Ebr. 11, 23—29. gepredigt: Dr. Luther ein Glaubensheld wie Moses: 1. auferzogen von frommen Eltern (V. 23.). 2. Zum Glauben gebracht als Jüngling (V. 24—26.). 3. Im Glauben aus dem Papstthum ausgegangen (V. 27.). 4. Im Glauben ein Führer der Christenheit aus dem Papstthum (V. 28. 29.). Text: Jer. 1, 4—19., Apostelgesch. 9, 15., 2 Cor. 4, 5. 6. Am Todestage über 2 Kön. 2, 1. ff. Dr. Luther der Elias der letzten Zeit: 1. in seinem Leben zum Heil der Kirche; 2. in seinem Scheiden aus diesem Leben zur großen Betrübniß der Kirche; 3. in seinem Fortleben in seinen geistreichen Schriften zum Trost der Kirche. Text: 5 Mos. 31, 24—30., Ps. 118, 17., Phil. 1, 20—26., Sir. 39, 12—15.