# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1857_S323 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Ueber die Benutzung der Kirchengeschichte für die Predigten. 323 setzung der Märtyrergeschichte vom Sonntag nach Weihnachten der Beschluß gegeben werden. Ich pflege öfters auf die große Zahl der Märtyrer aufmerksam zu machen, nämlich 54 Millionen in den ersten 3 Jahrhunderten und im Verhältniß noch weit mehr zur Zeit der Reformation von 1540 bis 1580, nämlich 900,000. Sehr wünschenswerth wäre eine kurze Anweisung, wie man überhaupt die Geschichten der Märtyrer sich zu nutze machen solle. 6. Am Pfingstfeste. In einer Nachmittags⸗ oder Wochenpredigt über Apostelgesch. 2, 41—47. könnte die Geschichte der apostolischen Zeit kurz erzählt werden. 7. Am Trinitatisfeste. Nachmittags oder in der Woche sollte alljährlich nach alter kirchlicher Sitte das Athanasianische Symbolum vorgelesen und die Zuhörer zum Nachlesen ermuntert werden. 8. Am Gedächtnißtage der Uebergabe der Augsburgischen Confession. Zur kurzen Geschichtserzählung, die in Schule und Kirche bekannt sein sollte, so wie zum Vorlesen der ersten 21 Artikel mit Glossen sollte man 3 Predigten bestimmen. Zu Texten könnte man wählen Ps. 12, 6., Ps. 78, 1—7., Ps. 102, 13—23., Joh. 19, 14—23., Eph. 4, 1—6. Als Hülfsmittel sind zu empfehlen: Löbers Denkmal der Augsburgischen Confession und Lehmanns und Schnabels Erklärung derselben.*) 9. Am Reformationsfeste. Ohne dies Fest könnten wir keins der andern Feste, ja keinen Sonntag mit Gottes Wort recht heiligen. Der Reichthum dieses Festes aber an Geschichte und Lehre ist so groß, daß er, wie die Schätze in einem reich ausgestatteten Kaufladen, mehr zur Schau ausgestellt, als vollständig beschaut werden kann. Daher pflege ich jedesmal 4 Predigten zu halten, eine Vorbereitungspredigt, zwei Predigten am Feste selbst und eine zur Nachfeier; diese 4 Predigten will ich mit A, B, C, D bezeichnen. A. a. Ueber Ps. 74, 1—12. Die Greuel der Verwüstung zur Zeit des Papstthums: 1. Das Seufzen der Frommen darüber (V. 1—3.). 2. Die Beschreibung dieser Greuel (V. 4—9.). 3. Die Länge und Dauer dieser Verwüstung (V. 10—12.). b. Ueber das Evangelium Offenb. Joh. 14, 6—13. Die Wohlthaten der Reformation: 1. Der Mann Gottes, durch den Gott diese Wohlthaten erwiesen hat (V. 6.). 2. Die Wohlthaten der Reformation selbst (V. 7. 8.). c. Ueber dasselbe Evangelium. Der Gebrauch der Wohlthaten der Reformation: 1. Sich hüten vor aller Gemeinschaft mit falscher Lehre (V. 9—11.). *) Die Einsender werden mit uns übereinstimmen, wenn wir hier bemerken, daß oben erwähnte Erklärung zwar vieles Gute, aber nicht lauter Probehaltiges enthält. Die Red.