# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1857_S320 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 320 Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. geborene Candidaten. Die Zahl der Katecheten ist von 20 zu 27, die der Leser von 22 zu 30, die der Schullehrer von 41 zu 47 gewachsen. Das Verhältniß unserer Missions⸗Institute zur englischen Regierung hat sich immer günstiger gestaltet. Die Regierung hat sich namentlich bereit erklärt, unser Seminar in Trankebar mit monatlich 40 Rup. zu unterstützen, falls ein tüchtiger Leiter desselben hinausgesendet werde. Zu diesem Amte ist Miss. Stählin vom Collegio bestimmt. Die fünf heute abgeordneten Missionare haben sich die Tamulische Sprache in solchem Grade angeeignet, daß sie sich bereits am Niederschreiben einer tamulischen Predigt versucht haben. Sie werden sich sogleich an der Missionsarbeit betheiligen können. Das Hauptziel beim Unterricht war Einführung in die tamulische Literatur; Alle haben das tamulische Hauptwerk, den Kural, gelesen. Sanskrit haben drei mit gutem Erfolg getrieben; ein vierter, der Krankheits halben dieses Studium unterbrechen mußte, wird es wieder aufnehmen. Im Englischen sind alle so weit, daß sie bei ihrer Ankunft in Indien auch im Sprechen die nöthige Fertigkeit erlangt haben können. In Allem, was zur Kunde von Indien gehört und für die Mission von Belang ist, haben sie Unterricht empfangen, insonderheit im indischen Missionswesen. — Gott sei Dank, der uns so weit gebracht hat! Er wolle die Hoffnung erfüllen, womit wir diese Fünfe hinausgehen sehen! Von den verbleibenden sechs Zöglingen hoffen wir einige zum Missionsdienste in Ostindien heranbilden zu können; bei andern ist es noch zweifelhaft, ob nicht ein anderer Weg für sie angemessener sein wird. Die Einnahme (von der vorjährigen Generalversammlung, 25. Juni, bis zur heutigen gerechnet) beträgt 27,454 Thlr., die Ausgabe 27,993 Thlr. Nach Angabe mehrerer Deputirten sind übrigens noch etliche Sendungen rückständig, welche im Laufe des Juni eingehen werden. Im laufenden Jahre erwarten uns große Ausgaben. Die Mission in Ostindien in ihrem jetzigen Bestande erfordert ungefähr 24,000 Thlr., das Missionshaus hier insgesammt ungefähr 4700 Thlr.; die Reise und Ausstattung der fünf abgeordneten Missionare ungefähr 4000 Thlr.; der Gehalt derselben, von Weihnachten, an 1500 Thlr. Zu diesem Gesammtbetrage von ungefähr 34,200 Thlr. ist noch hinzuzurechnen, was in Folge der heutigen Aussendung an Bauten, Besoldungen für Katecheten und Schullehrer u. dgl. für die nächste Zukunft nöthig werden wird.“ Hamburg. Folgendes lesen wir im preuß.⸗luth. „Kirchenblatt“: Ueber den Zustand der Landeskirche in Hamburg spricht ein Schreiben von dort sich so aus: „Die Zustände der hiesigen Landeskirche werden immer jämmerlicher; die lebendig gläubigen Glieder derselben immer unzufriedener. Sie geben sich zwar alle Mühe, ihre Sache, das ist ihre Privatvereine zusammenzuhalten und mit Wort und That gegen unsern (der Glieder der Zionsgemeinde) Austritt aus der Landeskirche sich zu erklären; ich denke aber, daß es ihnen am Ende doch nichts helfen wird, wie auch hin und wieder ein Ehrlicher unter ihnen das selbst ausspricht. Ohne Trennung von der hiesigen Landeskirche ist sicherlich für sie keine Hülfe vorhanden. Hier regiert in bürgerlichen und Staatsangelegenheiten jeder erbgesessene Bürger mit, und dies Recht wird er sich natürlich auch in kirchlichen und geistlichen Dingen nicht nehmen lassen. Was will aber da Gutes werden, wenn wohl zwanzigerlei Glaube in den Herzen und Köpfen steckt?“ Von Pfarrer Haag, der bekanntlich die unirte Kirche und mit derselben sein Inspectorat in der Berliner unirten Missionsanstalt verließ, lesen wir ebendaselbst: Am Sonntag Quasimodogen. fand zu Stolp in Hinterpommern die feierliche Einführung des Pfarrers Haag aus dem Großherzogthum Baden in das Amt eines Pastors der durch Absonderung von dem früheren Pfarrbezirk Ubedell neuerrichteten Parochie Stolp durch den Superintendenten Pistorius zu Wollin Statt, unter Assistenz der Pastoren Moraweck zu Seefeld (unter dessen pastoraler Leitung die Parochie Stolp bis zu ihrer Besetzung mit einem eignen Pastor gestanden hatte) und Latzel zu Bromberg.