# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1857_S319 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. 319 Bund, der als die Gemeine der Heiligen, welche nun eine Gestalt gewonnen habe — während dieselbe doch, bis der HErr kommt, ein Gegenstand des Glaubens bleibt — nächstens mit seinen Reden auch unter uns auftreten wird, eine Verbrüderung mit den Baptisten eingegangen ist, so ist das ein Verrath an der Kirche. Ihrerseits aber hoffen die Baptisten, welche trotz jahrelanger Umtriebe und bei aller ihnen widerfahrenen Duldung, ja eben wohl in Folge dieser Duldung, bis jetzt im ganzen preußischen Lande nur 3333, in der Stadt Berlin nur 166 Jünger haben anwerben können, mit Hilfe dieser Verbindung ihrer Irrlehre weitere Ausbreitung zu verschaffen.“ Sachsen. Als man neulich betreffenden Orts anfragte, ob das katholische Krankenstift in Dresden den „barmherzigen Schwestern“ übergeben werden könne, lautete, wie berichtet wird, die Antwort des Cultusministeriums dahin, daß es Sr. Majestät die Berufung der barmherzigen Schwestern nicht habe anrathen können, „weil dieselben, wenn auch nicht als Ordensschwestern, so doch als quasi regulares zu betrachten seien, und nach der sächsischen Verfassungsurkunde die Errichtung von Klöstern und Aufnahme von Orden nicht statthaft sei.“ Gewiß in neuerer Zeit, wo die Orden sich fast allenthalben wieder einschmuggeln, ein seltenes Beispiel! — Bei Gelegenheit des Berichts, daß der Kaiser von Rußland neuerdings von den betreffenden General⸗Obern in Paris nicht weniger als 500 barmherzige Schwestern für russische Spitäler verlangt habe, bemerkt das „Univers“: „Es ist unbestreitbar, daß die Haupteroberungen in der neuen Politik sicher am Ende die katholische Kirche macht.“ Das dürfte nicht unbegründet sein! Lutherische Mission. Bei Gelegenheit der Jahresfeier der ev.⸗luth. Mission zu Leipzig am 3. Juni 1857 wurden durch den Condirector Dr. Besser 5 Missionsamts⸗Candidaten für Ostindien feierlich abgeordnet, Blomstrand und Ryden aus Schweden, Kelber und Stählin aus Bayern und Wendlandt aus Hannover. Die Fragen, die ihnen hierbei vorgelegt wurden, waren folgende: „So frage ich euch denn vor Gottes Angesicht und vor diesen Zeugen: Stehet ihr wahrhaftig im Bekenntniß unserer ev.⸗luth. Kirche? Seid ihr bereit, diesem Bekenntnisse gemäß zu lehren und zu leben? Seid ihr entschlossen, eurem heiligen Berufe Alles nachzusetzen, keine Mühe und Noth, keine Verfolgung und Qual zu scheuen, und auch selbst, wenn es sein soll, euer Leben darzugeben für den Namen des HErrn JEsu?“ Die Missionare antworteten, jeder einzeln, mit Handschlag: „Ja, von ganzem Herzen; wozu Gott mir Seines heiligen Geistes Kraft und Gnade geben wolle, durch JEsum Christum. Amen.“ Hierauf knieten sie nieder und wurden nun mit den Worten eingesegnet: „Gehet hin und schaffet viele Frucht! Der Gott des Friedens heilige euch durch und durch, und euer Geist ganz, sammt der Seele und Leib, müssen behalten werden unsträflich auf die Zukunft unsers HErrn JEsu Christi. Getreu ist er, der euch rufet, welcher wird es auch thun. Amen.“ Schlüßlich sprachen noch Folgende mit Handauflegung einen Segensspruch über je einen der Missionare: Consistorialrath Münchmeyer, Präpositus Salfeld, Prof. Dr. Thomasius, Pfarrer Kelber (der Vater des Miss. Kelber) und Pastor Dr. Ahlfeld. Das Leipziger Missionsblatt theilt noch Folgendes mit: „Eine Stunde nach dem Fest⸗Gottesdienste traten im Saale des Missionshauses die Bevollmächtigten der verbundenen Hauptvereine zur Generalversammlung zusammen. Es waren diesmal ihrer viele gekommen. Der stellvertretende Vorsitzende des Collegiums, Dr. Kahnis, begrüßte die Versammelten, und nach einem erwiedernden Gruße des Herrn Prof. Dr. Thomasius, rief der erstere den HErrn um den Beistand Seines Geistes an. Director Graul gab nun eine Uebersicht des Standes unserer Mission in Ostindien und in der Heimath. Die Seelenzahl unserer Heidenchristen ist von 4166 auf 4602 gestiegen; die Zahl der Orte, die unsere Mission umspannt, von 142 auf 163. Aus den Heiden wurden im vorigen Jahre (1855—1856) getauft 127, in diesem (1856—1857) 115; aufgenommen aus fremden Confessionsgemeinschaften: im vorigen Jahre 258, in diesem 221. Schulen bestanden im vorigen Jahre 38, in diesem 45; Schüler waren im vorigen Jahre 1031, in diesem 1100. In diesem wie im vorigen Jahre arbeiteten 9 Missionare und 2 ein⸗