# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1857_S311 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lutherisch⸗theologische Pfarrers⸗Bibliothek. 311 Cyprian, Gotha 1717 u. 1718.“ 2 Theile in 8°. — Auch für diejenigen übrigens ist gesorgt worden, welche der lateinischen Sprache, in der das Seckendorf'sche Werk geschrieben ist, nicht kundig sind; es ist nehmlich letzteres von Elias Frick, Pfarrer und Professor zu Ulm, in die deutsche Sprache übersetzt worden und im Jahre 1714 in groß Quart zu Leipzig unter folgendem Titel erschienen: „Hrn. V. L. v. Seckendorf Ausführliche Historie des Lutherthums.“ (Ueber 1400 Seiten.) Zwar hat Frick Manches (u. A. den Maimbourg'schen Text) weggelassen, Manches in andere Ordnung gebracht und nicht Weniges hinzugesetzt; jedoch fehlt nichts Wesentliches; die Ordnung aber dürfte selbst besser sein, da Seckendorf beabsichtigte, seinem Gegner Schritt vor Schritt zu folgen, was Frick nicht nöthig hatte; und endlich sind alle Zusätze mit Klammern bezeichnet. — In mancher Beziehung endlich ist jedoch der Frick'schen Uebersetzung folgendes Werk noch vorzuziehen: „Christ. Friedr. Junii Compendium Seckendorfianum oder Kurzgefaßte Reformations⸗Geschichte aus Seckendorf's Historia Lutheranismi; herausgegeben von Benj. Lindner. Frankf. u. Lpz. 1755.“ 2 Bände in 8°. Den Plan zu diesem Werke faßte der gottselige Herzoglich Sachsen⸗Coburg⸗Salfeldische Hofrath Junius. Als auch er sich aus dem öffentlichen Leben in hohem Alter zurückzog, war er darauf bedacht, seinen lieben Mitchristen dadurch noch zu dienen, daß er einen neuen Auszug aus Seckendorf's Commentar ausarbeitete. Der Herausgeber erzählt von ihm: „Er fing solche Arbeit unter vielem herzlichen Gebet und Flehen in lauterer Absicht, blos zur Verherrlichung des majestätischen Namens und Reiches JEsu und zur Erbauung evangelischer Christen, im Glauben getrost an, und der HErr schenkte ihm Leben und Kräfte, es noch meistens bis zu einer nochmaligen nöthigen Durchsicht zu Ende zu bringen.“ Diese Durchsicht selbst zu übernehmen, hinderte ihn jedoch der Tod. Noch auf seinem Sterbebette aber sorgte er dafür, daß das in des HErrn Namen begonnene Werk nicht liegen bleibe, erstlich durch ein ansehnliches Legat zur Ermöglichung des Druckes und damit dasselbe Armen um möglichst niedrigen Preis abgelassen werden könne, und durch Erklärung seines letzten Willens, daß sein Freund Benj. Lindner, Hofprediger und Superint. zu Salfeld, der bekannte Herausgeber der ganzen lutherischen Schriften im Auszuge, an sein „Compendium“ die Hand legen wolle. Der theure Lindner ging denn auch mit Freuden an die Arbeit, aber auch ihm war es nicht beschieden, das Buch zu vollenden. Nachdem er den ersten Theil (1517—1530) ausgearbeitet und mit einer Vorrede versehen hatte und in der Ausarbeitung des zweiten bis zur Erzählung der Krankheit Luthers in Schmalkalden (1537) vorgeschritten war, starb auch er (am 24. Decbr. 1754) und übertrug seinem Adjunct in Ephoralgeschäften, dem Pastor Gottlob Emanuel Gründler zu Graba, die endliche Ausfertigung, durch dessen Fleiß es denn auch möglich wurde, daß auch der zweite Theil noch im Jahre 1755 erschien. In diesem Compendium ist nicht nur der ganze Kern des Secken⸗