# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1857_S307 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Die wahre Zeitrechnung des Alten Testamentes ꝛc. 307 die uns jetzt zugänglichen ihren Ursprung haben, während jedoch die wahre Lesart, wie 1 Joh. 5, 7., durch eine Uebersetzung auch uns erhalten worden ist. Es ist aber nicht nur bekannt, daß alle rechtgläubigen Lehrer ohne Umstände anerkannt haben, daß sich an manchen Stellen der heil. Schrift, sowohl Alten als Neuen Testaments, falsche Lesarten zuweilen in viele Codices eingeschlichen haben; sondern es lehrt dies auch der Augenschein so unwidersprechlich, daß sich dagegen durchaus nicht disputiren läßt. Hierzu kommt, daß es sich hier nicht um einen Artikel des christlichen Glaubens handelt. Denn allerdings lehrt auch dies der Augenschein, daß, so viel auch der Varianten in dem Bibeltext sein mögen, die göttliche Vorsehung jede solche Verderbung des Textes gnädig verhütet hat, wodurch irgend ein Artikel des christlichen Glaubens in Frage gestellt würde. Alle Varianten betreffen vielmehr nur Nebendinge, oder solche Lehren, die schon anderwärts zu voller Genüge bezeugt sind, und durch keine Variante endlich kommt irgendwo ein solcher Sinn heraus, der einem Glaubensartikel widerspräche. Auch Herr Professor Seyffarth, obgleich seine Darstellung der biblischen Chronologie die Frucht langjähriger mühevoller Forschungen ist, ist doch weit von der Meinung entfernt, als ob erst durch die richtige Chronologie das wahre Licht gekommen sei und als ob gerade von der richtigen Chronologie alles Heil abhinge. In seiner christlichen Demuth bekennt er vielmehr, daß es sich auch hierbei nur um „Nebendinge“ handle. Ja, er schreibt davon, daß die genaue Zeitrechnung vor 300 Jahren noch nicht gefunden war: „Die Reformatoren hatten wahrlich mehr zu thun, als um solche Lumpereien, wovon keines Menschen Seligkeit abhängt, sich zu bekümmern, ob Christus, der Heiland der Welt, 1500 Jahre früher oder später, als damals gelehrt wurde, in die Welt gekommen sei.“ (S. 39.) Professor Seyffarth hatte aber die Erfahrung gemacht, wie namentlich die ungläubigen Gelehrten sich häufig damit breit machten, daß ja schon die ausgemacht falsche Chronologie der Bibel, wie sie sagen, es unwidersprechlich documentire, die Bibel könne keine göttliche Offenbarung sein; er hatte zugleich erfahren, wie viele Schwache durch diese kecke Behauptung der Dictatoren in dem Reiche der Wissenschaft an der heil. Schrift irre gemacht wurden und am Glauben Schiffbruch litten; es war ihm endlich kund geworden, daß sich die Juden vielfach in ihrer Verwerfung unseres HErrn JEsu Christi damit trösteten, dieser JEsus sei ja nicht in der von den Propheten voraus verkündigten Zeit, sondern um mehr als tausend Jahre zu früh gekommen, also ein falscher Messias: dies leitete ihn, seine chronologischen Forschungen anzustellen; er verwendete darauf fast sein ganzes Leben und machte zu diesem Zwecke Studien in der orientalischen Sprachwissenschaft und den orientalischen Alterthümern, in Astronomie und Hieroglyphik, Studien also, denen sich sowohl wegen ihrer Mühseligkeit und Trockenheit, als wegen ihrer Schwierigkeit nur wenige Gelehrte hingeben. Er that es allein zur Ehre Gottes, zur Vertheidigung des Wortes Gottes und zum Heil seiner Miterlösten. Seine ursprüngliche Arbeit und Mühe war nicht