# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1857_S303 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Die wahre Zeitrechnung des Alten Testamentes ꝛc. 303 da er glaubte, daß sie auf Erden, und Essen und Trinken und jüdische Feste und Herrlichkeit von tausend Jahren, welche in diesen Dingen inbegriffen ist, sein würden.“ Hiermit haben wir die wichtigsten Aussprüche chiliastischer Ansichten von Kirchenlehrern der ersten Jahrhunderte dargelegt, mit Ausnahme leider des Irenäus, und hoffen, unsern in der Einleitung ausgesprochenen Zweck erreicht zu haben. In einem folgenden Hefte wollen wir dann auch die Hauptzeugnisse aus der alten Kirche gegen den Chiliasmus mittheilen. Die wahre Zeitrechnung des Alten Testamentes, nebst einer Zeittafel zum Neuen Testamente. Ein Hülfsbüchlein für christliche Bibelleser von G. Seyffarth, A. A. M. Ph. Th. D. — St. Louis, Mo., 1857. Eine unwidersprechlich sichere und darum allgemein angenommene biblische Zeitrechnung, namentlich des Alten Testamentes, ist bis jetzt ein pium desiderium gewesen. Selbst die gründlichsten und gewissenhaftesten Forscher sind hierin bisher nicht unbeträchtlich aus einander gegangen. Während z. B. Luther das Jahr der Geburt des HErrn auf 3960 setzt, so setzt Calov dasselbe auf genau 4000, Calvisius auf 3947, G. Ch. Hosmann, Professor in Kiel (in seiner Chronol. s. von 1734) auf 4249, Gottfried Kohlreif (in seiner Chronologia sacra von 1724) auf 4509. Schon Chemnitz nennt in seiner Harmonie 14 verschiedene Angaben über das Weltalter zur Zeit der Geburt Christi nach dem hebräischen Text und erklärt, daß er nur „insigniores“ aufführen wolle. Diese Angaben schwanken zwischen 3508 und 4697, differiren also bis um mehr als tausend Jahre von einander. J. Albert Fabricius führt bereits im Jahr 1720 in seiner Bibliographia antiquaria 120 verschiedene biblische Zeitrechnungen auf, von denen keine mit der andern in Betreff des Schöpfungsjahres übereinstimmt. Hierzu kommt, daß die erleuchtetsten und gelehrtesten Theologen zu der Ueberzeugung gekommen sind, daß gerade in den Zeit⸗Zahlangaben der biblische Text hie und da durch Versehen der Abschreiber oder sonst wie unrichtige Lesarten bekommen habe. So schreibt z. B. Luther: „Die Zeit der Richter vom Tode Mosis bis auf Samuel ist 357 Jahr, Josua mit eingeschlossen.. Daher ist ein öffentlicher Irrthum in Geschichten der Apostel Cap. 13. (V. 20.).. Der griechische Text aber ist gefälschet durch des Schreibers Irrthum, der sich leicht hat zutragen können, daß er geschrieben hat 450 für 350, nehmlich τετρακοσίοις für τριακοσίοις.“ (XIV, 1179. 1180.) Ferner schreibt Luther: „Diese