# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1857_S302 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 302 Der Chiliasmus etlicher angesehener Kirchenväter in den ersten Jahrhunderten. Gerücht diese ihre Weissagungen verbreitet hatte, glaubte man, daß sie alle schon in alten Zeiten erfüllt worden seien, weil die Uneingeweihten nicht wußten, bis zu welchem Ziele sie verkündet wurden; da sie doch gewiß nicht geschehen noch erfüllt werden konnten unter der Regierung eines Menschen. Nachdem aber die Religionen der Gottlosen zerstört und dem Verbrechen Einhalt gethan sein wird, wird die Erde Gott unterworfen sein: Selbst von der See wird weichen der Schiffer, das hölzerne Fahrzeug Wird nicht Waaren vertauschen, denn alles trägt jegliches Land dann; Nicht wird die Hacke den Boden, den Weinstock das Messer berühren; Auch die Stiere wird dann vom Joch losbinden der Pflüger; Goldgelb wird von den schwankenden Aehren der Acker erglänzen; Und am wild aufwachsenden Dornbusch hänget die Traube; Steinharte Eichen auch schwitzen dann thauigen Honig; Nicht mehr lernet die Wolle so viele Farben erlügen, Sondern der Widder wird selbst in den Wiesen mit röthlichem Purpur Oder mit Saffrangelb die Farbe des Felles verändern, Und von selbst wird Bergroth weidende Lämmer bekleiden; Selber tragen nach Hause die strotzenden Euter die Ziegen, Und nicht mehr dann fürchten die Rinder den schrecklichen Löwen. Dies hat der Dichter nach den Orakeln der Cumäischen Sibylle ausgesprochen. Die Erythräische aber sagt also: Nicht mit den Lämmern werden die Wölf' auf den Bergen dann streiten, Denn mit dem Zicklein zugleich verzehren die Luchse ihr Futter, Bären mit Kälbern zusammen und allen den anderen Thieren, Und an der Krippe frißt Spreu der fleischverzehrende Löwe, Und mit den Kindern fern von der Mutter schlafen die Drachen. Und an einer andern Stelle über den Ueberfluß an den Dingen: Gott wird herrliche Freude dann auch den Menschen gewähren. Denn die Erd' und die Bäum' und unzählige Thiere der Erde, Unverfälschete Frucht dann werden den Menschen sie bringen Wein und süßlichen Honig und weißliche Milch und Getreide, Welches von allem zusammen das Best' ist den sterblichen Menschen. Und anderes in derselben Weise: Doch nur das heilige Land der Gerechten wird alles dies tragen, Ströme von Honig aus steinigtem Felsen und auch aus den Quellen Und ambrosische Milch wird fließen für alle Gerechten. Es werden also die Menschen das ruhigste Leben in allem Ueberfluß führen, und werden mit Gott gleicher Weise regieren, und die Könige der Heiden werden von den Enden der Erde mit Geschenken kommen, um den großen König anzubeten und zu ehren, dessen Name bei allen Völkern, die unter dem Himmel sind, und bei allen Königen, die auf Erden herrschen, herrlich und verehrt sein wird.“ So weit Lactantius. Von Nepos, der um 300 Bischof in Aegypten war, schreibt Theodoret: „Nepos, der Bischof einer ägyptischen Stadt, stimmte zwar in allem anderen mit den Lehren der Kirche überein, irrte aber in den göttlichen Verheißungen,