# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1857_S301 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Der Chiliasmus etlicher angesehener Kirchenväter in den ersten Jahrhunderten. 301 Lactantius († um 330, war der Erzieher des Crispus, des unglücklichen Sohnes Constantin's des Großen, und wurde wegen der Schönheit seiner Sprache Cicero christianus genannt) sagt institt. VII, 24: Wenn der Sohn Gottes die Ungerechtigkeit zerstört, das größte Gericht abgehalten und die Gerechten, welche von Anfang gewesen sind, zum Leben erneuert haben wird, so wird er tausend Jahre lang unter den Menschen verweilen und sie mit gerechter Herrschaft regieren. Dies verkündet die Sibylle, weissagend und begeistert: „Höret mich, redende Menschen, es herrschet der ewige König!“ Die dann in Leibern sind, werden nicht sterben, sondern werden während denselben tausend Jahren eine unendliche Menge erzeugen, und ihre Nachkommenschaft wird heilig sein und Gott wohlgefällig: die aber aus der Unterwelt auferweckt werden, die werden den Lebenden als Richter vorstehen. Die Heiden jedoch werden nicht durchaus vertilgt, sondern etliche für den Sieg Gottes übrig gelassen werden, damit die Gerechten über sie triumphiren und sie ewiger Knechtschaft unterwerfen. Zu derselben Zeit wird auch der Fürst der bösen Geister, welcher der Anstifter alles Uebels ist, mit Ketten gebunden werden und im Gefängnisse sein während der tausend Jahre des himmlischen Reichs. Da wird Gerechtigkeit auf dem Erdkreis herrschen, daß nichts Böses gegen das Volk Gottes unternommen wird. Nach seiner Ankunft werden alle Gerechten aus allen Gegenden der Erde versammelt werden, und nachdem das Gericht gehalten ist, wird eine heilige Stadt in der Mitte der Erde errichtet werden. Darin wird Gott, der Gründer, selbst mit den herrschenden Gerechten sich aufhalten. Diese Stadt meint die Sibylle, wenn sie sagt: „Und die Stadt, die Gott hat gemacht, die machte er herrlich, glänzender als die Gestirn, und die Sonn, und den Mond auch.“ Dann wird jene Finsterniß, wovon der Himmel überzogen und verdunkelt wird, weggenommen werden, und der Mond wird die Klarheit der Sonne empfangen und wird nicht mehr abnehmen; die Sonne wird siebenmal heller werden, als sie jetzt ist. Die Erde aber wird ihre Fruchtbarkeit aufthun und von selbst die reichlichsten Früchte hervorbringen. Die Felsen der Berge werden Honig schwitzen, in den Strömen wird Wein fließen, und die Flüsse werden von Milch überlaufen. Die Welt selbst endlich wird fröhlich sein, und die ganze Natur wird sich freuen, da sie errettet und befreit ist von der Herrschaft des Bösen und der Gottlosigkeit und des Verbrechens und des Irrthums. Die Thiere werden sich während dieser Zeit nicht vom Blute nähren, noch die Vögel von der Beute, sondern alles wird ruhig und friedsam sein. Löwen und Kälber werden zugleich an der Krippe stehn, Geier und Adler werden nicht schaden, Kinder werden mit Schlangen spielen. Endlich wird dann alles das geschehen, was nach den Dichtern schon im goldenen Zeitalter unter der Regierung des Saturn geschehen sein soll. Der Irrthum derselben ist daher entstanden, daß die Propheten das Zukünftige meistens wie schon Vergangenes vortragen und aussprechen. Denn Gesichte wurden ihren Augen vom heiligen Geiste vorgeführt, und sie sahen dies vor ihrem Angesichte gleichsam entstehen und sich vollenden. Nachdem das