# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1857_S299 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Der Chiliasmus etlicher angesehener Kirchenväter in den ersten Jahrhunderten. 299 hat derselbe Schriftsteller (Papias) als durch ungeschriebene Ueberlieferung auf sich gekommen angeführt, sowohl etliche neue Gleichnisse und Lehren des Heilands, als auch manches andere Sagenhaftere. Darunter sagt er auch, daß nach der Auferstehung von den Todten ein Zeitraum von tausend Jahren sein werde, da das Reich Christi auf dieser Erde leiblich bestehn werde. Diese Meinung scheint er durch Mißverstand apostolischer Vorträge gefaßt zu haben, indem er das von ihnen in Bildern auf eine mystische Weise Gesagte nicht durchblickte. Denn er war sehr schwach an Verstand, wie aus seinen Schriften erhellt.“ Justinus Martyr (der vormals ein samaritanischer Heide aus Sichem in Samaria gewesen, nach seiner Bekehrung als „Evangelist im Philosophenmantel“ große Reisen in Aegypten und Kleinasien gemacht und zuletzt zu Rom lehrte, wo er 163 den Märtyrertod starb,) schreibt in Dial. c. Tryph. c. 80: (Der Jude) Trypho sprach darauf: Sage mir aber die Wahrheit, ob ihr bekennt, daß dieser Ort Jerusalem werde erneuert, euer Volk gesammelt und mit Christo, den Patriarchen, Propheten und denen, welche von unserm Geschlechte sind, oder welche als Proselyten zu uns getreten sind, zur Freude erhoben werden, bevor ihr die Ankunft Christi erwartet: oder nimmst du dazu deine Zuflucht, daß du dies nicht leugnest, damit du uns in der Disputation zu überwinden scheinest? Und ich antwortete: Ich bin nicht so elend, o Trypho, daß ich anders rede, als ich denke. Ich habe dir auch vorher bekannt, daß ich und viele andere glauben, daß dies geschehen werde, wie ihr auch ganz gut wisset; ich habe dir aber auch erklärt, daß dagegen viele Christen, welche keinen reinen und gottesfürchtigen Glauben haben, dies nicht anerkennen. Denn ich habe dir mitgetheilt, daß etliche Christen genannt werden, aber gottesleugnerische und gottlose Ketzer sind, weil sie in jeder Hinsicht lästerliche, gottesleugnerische und unsinnige Lehre führen... Denn wenn ihr mit etlichen euch unterredet habt, welche Christen heißen und dies nicht bekennen, sondern sogar zu lästern wagen den Gott Abrahams und den Gott Isaaks und den Gott Jacobs, welche auch sagen, daß keine Auferstehung der Todten sei, sondern daß ihre Seelen sogleich mit dem Sterben in den Himmel aufgenommen würden; so haltet sie nicht für Christen... Ich aber, und wenn etliche in allen Stücken rechtgläubige Christen sind, wir wissen, daß die Auferstehung des Fleisches statt haben wird, und die tausend Jahre in dem erbauten, geschmückten und erweiterten Jerusalem, wie die Propheten Hesekiel und Esaias und die andern verkünden. Esaias hat nämlich also von der Zeit der tausend Jahre geredet: „Denn es wird ein neuer Himmel und eine neue Erde sein, und man wird der vorigen nicht mehr gedenken noch zu Herzen nehmen, sondern Freude und Wonne werden sie finden in der, welche ich schaffe. Denn siehe, ich mache Jerusalem zur Wonne und mein Volk zur Freude, und ich will fröhlich sein über Jerusalem und mich freuen über mein Volk, und soll nicht mehr darinnen gehöret werden die Stimme des Weinens, noch die Stimme des Klagens. Und es