# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1857_S297 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Von einem Landpfarrer. 297 gewiß mehr geeignet, Freude, als Bedauern zu erwecken bei jedem Liebhaber des Evangeliums, der auch den göttlichen Befehl werth hält: Werdet nicht der Menschen Knechte! Es wäre ein sehr schlechtes Zeichen an seinen Gemeinden, wenn der von Luther in göttlichem Eifer zerrissene Adelsbrief der Geistlichen ohne Mühe und Anstrengung wieder zusammen geflickt würde. Mag er immerhin mit Göthes Pfarrer seufzen: Heiliger lieber Luther! du schabtest die Butter deinem Collegen vom Brod. Das verzeihe dir Gott! Noch größer vielleicht als seine Mühe ist aber sein Aerger und Zorn darüber: daß trotz seines Scheltens, Fluchens, Bannens die von ihm Verjagten nicht ohne Gottes Wort, ohne Sacrament, ohne Beerdigung hin sterben, vielmehr sich auf der Aue des göttlichen Wortes erquicken, ja sogar selig zu werden hoffen! Und an diesem seinem Unglücke tragen allein die Missourier die Schuld. Dafür sollen und müssen und werden sie gezüchtigt werden. Kann denn der Göttliche dabei gleichgültig bleiben, wenn diese Missourier den „Kindern der Menschen“ (Inform. 5, 188.) Rechte austheilen, selbst den göttlichen Funken evangelischer Freiheit ihnen überliefern?! Zürnen und Fluchen macht diesen Menschen nicht bange. Es muß vermittelst eines Kirchen⸗Gerichts der weltliche Arm über sie geschickt werden. Dann soll „Kraft und Gewalt“ diesem missourischen Prometheus ins Ohr raunen: Das sind die Früchte deiner Menschenliebe: denn Vor Göttergrolle nicht erbangend, hast Du Rechte an Menschen hingegeben über Fug, Wofür du diese leidigen Felsen hüten wirst Aufrecht, das Knie nie beugend, ruh⸗ und schlummerlos! Und manchen Seufzer stöhnen wirst und wimmern ganz Umsonst: denn unversöhnlich zürnt des Zeus Gemüth, Und jeder neue Herrscher ist gestreng und hart. Und dein Vergehen fordert Buße für den Göttlichen, Auf daß du Zeusens Herrscherthum dich fügen und Abstehen lernst von deiner Menschenfreundlichkeit! Mit einem solchen Menschen liebäugeln, statt mit Entrüstung vor ihm zu warnen, nachdem nicht nur seine Anmaßungen und Gewaltthätigkeiten in der Kirche Christi offenbar geworden, auch nachdem Gott, um jedes in dieser Sache schlafende Gewissen zu wecken, hat geschehen lassen, daß er wiederholt bei öffentlicher boshafter Lüge ertappt und überführt worden ist — das ist, das Mindeste gesagt, ein trauriges Zeichen sittlicher Erschlaffung. Die Missouri⸗Synode wird jedoch, hoffe ich, ihre Pflicht thun und diesen geistlichen Taschenspieler, der die köstlichsten Perlen der himmlischen Lehre den Gläubigen zu entziehen und dafür den mit Gottes Wort und frommen lieblichen Reden eingefaßten aufpolirten Dreck seiner teuflischen Lehren unterzubringen sucht und bei diesem Geschäfte, mit Lärmen und Toben gegen die Störer, die Symbole der lutherischen Kirche und lutherisches Amt und Namen mißbraucht, immer ernster öffentlich anzeigen, damit sich Jedermann vor ihm hüten lerne.