# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_October 1857_S292 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 292 Von einem Landpfarrer. werden die Einrichtungen und Anordnungen getroffen. Will die Gesellschaft nicht in Widerspruch mit sich selbst gerathen, soll die Organisation eine vernünftige sein, so muß diese sich nach der Art und Natur des Zweckes richten. Eine arbeitende Gesellschaft wird andere Anordnungen treffen, als eine kriegerische oder eine Erholungs⸗Gesellschaft, weil ihre Zwecke verschieden sind. Gemeinsamer Wille und die der Erreichung des Gewollten dienenden Anordnungen der Einzelnen bilden die fertig organisirte Gesellschaft. Der gemeinsame Wille, das die Einzelnen vereinigende Band, der die Kirche bildende Glaube ist schon nachgewiesen. Welches ist die Anordnung der Einzelnen in ihr? Welches ist der Zweck der Kirche? Hier zeigt sich ein Unterschied zwischen ihr und anderen Gesellungen der Menschen. Menschen gesellen sich selbst nach Bedürfnissen und Wünschen. Die Kirche dagegen sammelt ein Anderer, Gott selbst, nach einem Rathschluß von Ewigkeit her gefaßt. Die so Gesammelten sollen jedoch nicht eine bloße Sammlung sein, die nur in dem gemeinsamen Raum oder in der Idee des Sammelnden eine außer ihr selbst liegende Einheit und Vereinigung besäße, sondern in ihr will Gott die Idee menschlicher Gesellung überhaupt in der Vollkommenheit der Liebe und ewiger geistiger Einheit darstellen. Die Christen treten nicht zur Kirche zusammen, um sie zu bilden, sondern Gott selbst ruft sie aus dem Leben der Sünde und dem Reiche des Teufels heraus; sie vereinigen nicht sich selbst, sondern Er vereinigt sie mit sich und unter einander innerlich durch seinen heiligen Geist, indem Er vermittelst des Glaubens den Sinn in ihnen erschafft, der in Allen dasselbe will. Ist die Kirche Gottes Werk, so ist auch der Zweck derselben ein von Gott gesetzter, der Kirche aber, da sie eine wahre Gesellschaft sein soll, mit dem neuen Willen zugleich mitgetheilter und eingeschaffener: die Ehre Gottes in unserem ewigen Heile. Auch die Organisation der Kirche geschieht von Ihm selbst und Er hat Christum ihr zum Haupt gesetzt. Der Zweck der Kirche wird nicht in dieser Welt erreicht; nicht für diese Welt ist sie bestimmt, sondern für die zukünftige. Gott sammelt die Menschen, daß sie als Kinder Gottes das Erbe der zukünftigen verklärten Welt besitzen. Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christum, so sind wir die elendesten unter allen Menschen, ruft eine Stimme aus dem Grunde der Kirche und: Mein Reich ist nicht von dieser Welt, spricht ihr Eckstein. Darum wird auch die ihrem Zwecke entsprechende Organisation erst in jenem Leben geschehen, wenn sie das ihr zugedachte Erbe im Besitz hat und die Ehre Gottes in und an ihr für alle Ewigkeit in Vollkommenheit dargestellt wird. Dann wird die Einheit Aller und die göttliche Liebe gegen Alle ganz und vollkommen sichtbar werden, indem die Vertheilung und Ausstattung der Einzelnen durch die gleichförmig innige gegenseitige Mittheilung Aller, da jedes jetzt bestehende Hinderniß dieser Mittheilung dann aufgehoben ist, Allen zu Gute kommt, als wäre sie Allen gleich eigen. Wie jedes einzelne Glied dann vollkommen ist, so auch das Ganze, das sich als Ganzes dann in Jedem spiegelt. Dann wird die Kirche als göttliches Werk heiliger Gesellung ihrer Idee entsprechend