# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1857_S284 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 284 Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. Die Baptisten in den Verein. St. haben nach ihrem Almanach für 1858 ordinirte Prediger 6,648, licenzirte 942, Glieder 897,718 (von denen 61,771 im Jahre 1856 hinzugekommen sind.) Außer diesen regulären Baptisten gibt es hier noch Anti⸗Mission⸗Baptisten 58,000; Frei⸗Will⸗Bapt. 49,817; Sechs⸗Princip⸗Bapt. 2,500; Siebenten⸗Tag⸗Bapt. 7,250; Weinbrennerianer oder Kirche⸗Gottes⸗Bapt. 13,800; Disciples oder Campbelliten 200,000; Dunker 8,200; Mennoniten 36,280. Die Synode von Wisconsin hielt vom 8. Juni an ihre Jahresversammlung. Wie wir aus einem im „Kirchenboten“ enthaltenen Berichte ersehen, ist der Bekenntnißstandpunkt, auf welchem diese Synode stehen will, folgender: „Jede Gemeinde, die sich dieser Synode anzuschließen wünscht, bekennt sich damit zu den Symbolen der luth. Kirche, worunter insonderheit die ungeänderte Augsb. Conf. und der kleine Katechismus Luthers zu nennen sind und nimmt den letztgenannten kleinen Katechismus als religiöses Unterrichtsbuch für ihre Jugend an.“ So bedauerlich die hierin liegende Unbestimmtheit ist, so erfreulich ist, was wir weiter lesen: „bei der diesjährigen Versammlung wurde nun auch der letzte Rest dieses „„nothwendigen Uebels““ (des Licenzwesens) fallen gelassen und dagegen die Examinationskommittee ernannt, die die sich meldenden Predigtamtscandidaten zu prüfen und je nach Befinden zu ordiniren hat. Die Licenz hatte unter uns schon zu sehr ihren Credit verloren, als daß sie sich noch länger hätte halten können. Sie ist in mancher Beziehung als ein Uebel offenbar geworden. Heute noch vagabondiren schlechte Subjecte hier in Wisconsin als Pastoren herum; die vor Jahren durch Licenz bevollmächtigt wurden zu predigen und Sakramente zu verwalten, weil man sie noch nicht für das Predigtamt würdig oder unwürdig erkannt hatte, während mancher redliche Bruder grade durch sie an der freudigen Ausübung seines Amtes verhindert wurde, da man mit ihm nicht gern eine Ausnahme machen und ihn ordiniren wollte und auch nicht gut konnte, wenn einmal die Licenz als ein rechtkräftiges Institut sollte bestehen. Nun ist sie zu Grabe getragen in der Hoffnung, daß sie in der Wisconsin⸗Synode nicht mehr auferstehn werde. — Wie über die Licenz mancher Klageton laut wurde, so auch in mancher Beziehung über die von der Ehrw. Synode von Pennsylvanien herausgegebene Agende. Wir können nicht verhehlen, auch manches Rationalistische und Unlutherische darin zu erblicken. Man denke nur an das rationalistisch Klingende im Einweihungsformular, im zweiten Taufformulare und in anderen, und man wird es nicht ungerecht finden, wenn es manchem scheinen will, als wolle man es Jedem recht machen.“ — Es ist dies Zeugniß aller Ehren werth, hingegen ist es allerdings schmachvoll, daß eine Synode, die den Namen der Muttersynode der amerikanischen luth. Kirche trägt, den Feinden der Wahrheit selbst in ihrem Kirchenbuch Rechnung zu tragen sucht, welche Schmach billig eilends, unter herzlicher Buße und Demüthigung vor Gott und Menschen, ausgetilgt werden sollte. Die englische „ev.⸗luth. Synode von Jowa“ hielt ihre dritte Jahresversammlung am 7. Mai und ff. Tage in Fairfield, Jefferson Co., Jowa. Laut ihres Berichtes wird sie gegenwärtig von 12 ordinirten und einem licenzirten Prediger mit 11 Gemeinden gebildet. So lautet der 2. Artikel ihrer Constitution: „Wir glauben, daß das Wort Gottes die einzige untrügliche Regel des Glaubens und der Praxis ist und daß die Lehrartikel der Augsb. Conf. unsere Ansichten in einer wesentlich correcten Ausübung der eignen Überzeugung in Sachen der Religion die natürlichen und unveräußerlichen Vorrechte aller Menschen seien und daß kein bürgerliches oder kirchliches Regiment uns derselben berauben kann. Wir halten auch dafür, daß, da Gott die Gemüther der Menschen verschieden eingerichtet hat und wir nicht alle gleich sehen können, wir daher als verständige und denkende Wesen verbunden sind, jene Christen als unsere Brüder aufzunehmen, welche die Grundlehren der Religion festhalten, obwohl sie von uns in Puncten von geringerer Bedeutung differiren mögen.“ Hiernach ist klar, daß diese Herrn Synodalen den Namen Lutheraner von Luther wie lucus von non lucendo tragen, nicht nur nicht lutherisch glauben, sondern auch dafür halten, Gott hab es weislich selbst so eingerichtet, daß nicht alle Eines Glaubens wer⸗