# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1857_S275 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) „Zur Geschichte der neuesten Theologie.“ 275 rern, 2. von dem Gottesdienst, 3. von dem Kirchenregiment, 4. von den Ketzereien und Trennungen, 5. von dem äußerlichen Zustande der Kirche, 6. von dem innerlichen Zustand der Christen, und 7. von den Nebensachen. Unter diesem letzteren Titel wird z. B., was das erste Jahrhundert der christlichen Kirche betrifft, von dem Zustand des Heidenthums und Judenthums, von den Apocryphen des Neuen Testamentes u. s. w. gehandelt. Fortlaufend sind unter dem Text genau die Quellen angegeben, aus denen der Verfasser geschöpft hat. Von besonders großem Werthe sind die Lebensbeschreibungen, welche von jedem einigermaßen einflußreichen Kirchenlehrer gegeben werden, denen dann jederzeit ein Verzeichniß der Schriften desselben beigefügt ist. Der Geist, in welchem das Werk geschrieben ist, ist bei der Menge derer, die daran gearbeitet haben, in einer Zeit, wie die des Erscheinens desselben war, natürlich ein verschiedener. Den Geist, welcher den Hauptarbeiter Heinsius bewegte, möchten wir den der Vermittelung nennen, indem er, z. B. was die sogenannten Pietisten betrifft, zwar deren Mängel nicht in Abrede stellt, aber auch gern an ihnen rühmt, was ihm nichts desto weniger rühmenswerth erscheint. Die späteren Arbeiter stellen sich mehr als die entschiedenen Gegner der Pietisten dar. Jedoch trägt sowohl der Bericht dieser wie jenes durchaus das Gepräge strenger Wahrheitsliebe, daher das Werk wohl den Titel „Unpartheiische Kirchenhistorie“ nicht mit Unrecht trägt. Wir zweifeln nicht, daß jeder lutherische Pfarrer, wenn er sich diese Geschichte der Kirche anschafft, die wenigen Thaler, die sie ihm etwa kostet, für ein sehr geringes Opfer ansehen wird, durch welches er sich einen überaus werthvollen Schatz erkauft hat. (Fortsetzung folgt.) „Zur Geschichte der neuesten Theologie.“ Unter diesem Titel ist voriges Jahr eine Schrift von Karl Schwarz, außerordentlichem Professor der Theologie zu Halle (jetzt Oberconsistorialrath in Gotha), bei Brockhaus in Leipzig erschienen, welche Licentiat Ströbel im 3. Quartalheft des laufenden Jahrgangs der Rudelbach⸗Guericke'schen „Zeitschrift für lutherische Theologie und Kirche“ im Auszuge gibt und daran „die Sprachverwirrung unter den neubabylonischen Thurmbauern“ nachweist. Obgleich nehmlich Schwarz bekanntlich der rationalistischen Schule angehört, so hat er doch in dem bezeichneten Werke seinen Beruf als Historiker auf eine ausgezeichnete Weise documentirt. Mit seltener Objectivität stellt er einzelne Personen und ganze Schulen und Partheien nach ihren Grundsätzen, ihren gegenseitigen Verhältnissen, ihrer Bedeutung u. s. w. dem Leser dar, um so weniger von Rücksichten beirrt, je weniger er selbst als bloßer Kritiker dabei etwas zu verspielen hat. Der beschränkte Raum unserer Zeitschrift gestattet es uns nicht, den ganzen Ströbel'schen Auszug vorzulegen; es genüge daher, den Auszug desjenigen Theils, den Ströbel selbst den wichtigsten des ganzen