# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1857_S269 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lutherisch⸗theologische Pfarrers⸗Bibliothek. 269 und Nein gegeben und werden für beide Antworten die belegenden Stellen in den Schriften der Unsrigen und unseres Widerparts genau citirt. Hierauf folgt ein Appendix von dem rechten Gebrauch und überaus großen Nutzen der symbolischen Schriften und dieser Isagoge in allen einzelnen theologischen Disciplinen, sodann ein Catalog der Schriften, welche über die verschiedenen Theile des Concordienbuchs herausgekommen sind und endlich eine ganze Reihe von Registern, welche, mehrere hundert Quartseiten umfassend, den Gebrauch des Werkes nicht wenig befördern und erleichtern. Wem es darum zu thun ist, einen bewährten Rathgeber bei dem Studium unserer kirchlichen Bekenntnisse zu haben, findet an der Carpzov⸗Olearius'schen Isagoge mehr, als ihm irgendwo anderwärts gewährt wird, es sei denn, daß ein Pfarrer so viel Mittel besitzt, sich auch die größeren Werke anzuschaffen, welche über die einzelnen Bücher der Concordia erschienen sind, wovon wir die wichtigsten zu nennen gedenken, wenn wir daran gehen, die in eine lutherisch⸗theologische Pfarrers⸗Bibliothek gehörigen Schriften zweiter Classe anzugeben. 5. Das Fach der dogmatischen Theologie schließen in fünfter Reihe diejenigen Schriften, welche die Disciplin der Ethik oder Moral behandeln.*) Für diesen Zweig der theologischen Wissenschaft hat ohne Zweifel nicht nur unter allen neueren Gottesgelehrten Dr. Harleß das Beste geliefert, sondern hierin auch überhaupt alles vor ihm Geleistete hinter sich gelassen. Die bezügliche Schrift ist: „Christliche Ethik. Von Dr. G. C. A. Harleß. Vierte, verbesserte und vermehrte Auflage. Stuttgart bei S. G. Liesching, 1849.“ Nachdem der Verfasser einleitend die Aufgabe der Ethik entwickelt, ihre spicifische Eigenthümlichkeit dargelegt und den Grund der gewählten Darstellungsform nachgewiesen hat, theilt er das Ganze in drei Theile ein. Erster Theil: Das Heilsgut: I. Abschnitt: Das Menschenleben und seine Lebensnormen vor und außer der Erscheinung Christi im Fleisch. 1. Kap. Die Naturgestalt des menschlichen Lebens: a. das Selbstbewußtsein, b. das Weltbewußtsein, c. das Gewissen in seiner Wirkung. 2. Kap. Das positive Gesetz: a. dessen Dasein, Wesen und Bedeutung; b. Wirkung auf das menschliche Bewußtsein: das Wissen um das Gesetz, der gesetzliche Gehorsam, die Furcht. II. Abschnitt: Die Erscheinung des Evangeliums in der Geschichte des Menschengeschlechts: 1. dessen Dasein, Wesen und Bedeutung, 2. Wirkung: der evangelische Glaube, die evangelische Liebe, die evangelische Hoffnung. Zweiter Theil: Der Heilsbesitz. I. Abschnitt: Der Eintritt des Heilsgutes in das Geistesleben des Individuums (Wiedergeburt). II. Abschnitt: Der persönliche geistige Kampf um den Besitz des Heils: Erneuerung; *) Ganz richtig schreibt Harleß, die Einordnung der Ethik unter die dogmatischen Disciplinen rechtfertigend: „Die Disciplin der christlichen Ethik ist nichts, als die Darstellung des eigenthümlichen Verhältnisses, in welchem die Gesammtheit der christlichen Glaubenswahrheiten zum sittlichen Wollen und Handeln des Individuums steht. Sie ist Entwicklung der Idee des christlichen Lebens auf Grund der geoffenbarten Wahrheit, und darum eine dogmatische Disciplin und die zweite der geschichtlich⸗idealen Disciplinen.“ (Theologische Encyclopädie ꝛc. Nürnberg 1837. S. 32.)