# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1857_S265 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Ob der Haufe der Kirche seiner Natur nach sichtbar sei, wie dies Rom ꝛc. 265 Reich Gottes ist inwendig in euch. Wer kann aber das sehen, was inwendig in andern Menschen ist; 9. die Kirche wird auch mit einer Stadt verglichen und die Stadt Gottes genannt, in welche kein Unreiner noch Unbeschnittener eingeht, nämlich der nicht mit der geistlichen und innerlichen Beschneidung beschnitten sei, Röm. 2, 28. 29., Jes. 52, 1., darinnen kein Unreines geduldet wird, V. 11., Ezech. 44, 9., Joel 1, 16., Offenb. 22, 15. Denn wer geistlich und innerlich beschnitten sei, das kann niemand wahrhaft erkennen; es liegt nämlich nicht offen zu Tag, wer heilig sei, sondern ist inwendig verborgen, Röm. 2, 29.; 10. die Kirche ist die Mutter aller Gläubigen, Gal. 4, 26. Ihre Kinder sind also die Gläubigen, die aus Gott geboren sind, Joh. 1, 12., der gute Samen und die Kinder des Reichs, Matth. 13, 38., 8. 12., welche der Geist Gottes treibet, Röm. 8, 14. Diese aber als solche können von niemand erkannt werden; des HErrn Tag wird sie endlich ausscheiden, Mal. 3, 16 ꝛc., Matth. 3, 12., 13, 30. 40. 41. 48.; 11. die Kirche wird im Apostolischen Symbolum durch Gemeine der Heiligen erklärt, von Origenes, Chrysostomus und Hieronymus, daß sie sei die Versammlung der Heiligen, wovon Augustin lib. V. de bapt. cap. 24 sagt: unter den Titeln und Beinamen der Kirche getraue ich mir das, daß die Kirche ein versiegelter Garten und Brunnen, der Brunnen des lebendigen Wassers, ein Paradies von Granatäpfeln heißt, allein von den Heiligen und Gerechten, nicht von den gottlosen Betrügern und Trunkenbolden und Neidischen zu verstehen. — Wie dies mit der Tridentinischen Synode stimme, die sess. VI. cap. 15. Hurer, Ehebrecher und andere, die Todsünden begehen, noch für Gläubige erklärt, mögen die Päpstischen selbst sehen! Bekennt doch Gregorius de Valentia lib. IV. Anal. pag. 4.: „man sage zu viel, daß man behaupte, der Kirche Wesen und Wahrheit selbst könne entweder mit Augen gesehen oder in augenfälliger Weise erkannt werden. Wir glauben nicht, sagt er, daß man offenbar sehen oder deutlich erkennen könne, daß jene Versammlung in der That der Haufe der rechten Gottes-Verehrer sei und vom heil. Geist regiert werde.“*) — Jacob Schopper aber in seiner 1. Predigt auf das Fest der unschuldigen Kindlein pag. 184. setzt eine zwiefache Kirche, eine sichtbare und unsichtbare: „in jener, sagt er, seien Gute und Böse; diese aber sei die Sammlung der Gläubigen, welche unsichtbar genannt werde, nicht weil diejenigen nicht gesehen werden könnten, die in derselben sind, sondern weil kein Sterblicher erkenne, daß sie solche seien. Denn obgleich sie gesehen werden können, sofern sie Menschen sind, können sie doch nicht gesehen werden, sofern sie wahrhaft Gläubige sind, weil der wahre Glaube inwendig im Herzen wohnet“: welches ganz unsere eigene Meinung ist. Vergebens wendet hier Bellarmin ein lib. III. de eccl. cap. 15.: „an der Kirche werde einiges gesehen und einiges geglaubt.**) Denn wir sehen, *) Hier lehrt ein Jesuit lutherischer von der Kirche, als die lutherisch sein wollenden Grabauisten. Ist das nicht Schmach und Schande? (Anm. des Uebers.) **) Gerade so redet heut zu Tage Grabau, und hofft vielleicht mit diesem halben Zugeständniß, sich aus mancher Verlegenheit retten zu können. Aber „vergebens“, sagt oben Calov. (Anm. des Uebers.)