# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1857_S264 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 264 Ob der Haufe der Kirche seiner Natur nach sichtbar sei, wie dies Rom ꝛc. Sacramente nach Christi Befehl gereicht werden, aber jener Haufe, welcher eigentlich die Kirche ist, d. i. die Gemeine der Gläubigen und Heiligen, ist nicht sichtbar und kann nicht gezeigt werden. Die Gründe liegen zu Tage: 1. weil wir allein das sehen können, was vor Augen ist, die Herzen aber nicht ansehen können, 1 Sam. 16, 7. Allein der Glaube liegt ja nicht vor Menschenaugen offen da, sondern ist im Herzen verborgen; 2. weil Gott die Seinen kennt, 2 Tim. 2, 19. Gottes aber sind wir durch den Glauben, Hebr. 11, 6. Da diesen nun aber Gott alleine kennt, ob nämlich das Herz dessen, der für einen Gläubigen gilt, aufrichtig und ohne Heuchelei sei, wie sollten Menschen den im Herzen des Andern verborgen liegenden Glauben erkennen können? 3. weil Gott allein Herzen und Nieren prüft, Jerem. 17, 10., Offenb. 2, 23. Also kann ein bloßer Mensch, wie er nicht Herzenskündiger zu sein vermag, so auch die Gläubigen nicht von den Ungläubigen unterscheiden; 4. weil Christus allein genau seine Schafe kennt, die er auch als der gute Hirte mit Namen nennet, Joh. 10, 3., 14, 15., denen er auch allein das ewige Leben geben will, V. 27. 28.; 5. weil die Kirche das geistliche Haus Gottes ist, 1 Tim. 3, 15., erbaut aus puren lebendigen Steinen, 1 Petr. 2, 5., bestehend aus geistlichen Priestern, aus dem königlichen Priesterthum, welches ist das auserwählte Geschlecht, das heilige Volk, das Volk des Eigenthums, V. 9., zu welchem gehören, die das Vertrauen fest behalten, Hebr. 3, 6., und geistliche Tempel Gottes und des heil. Geistes sind, 1 Cor. 3, 16. 17. Wie können diese gesehen und erkannt werden, es sei denn von Gott allein, der in ihnen wohnet? 6. weil die Kirche von dem heiligen Apostel so beschrieben wird, daß ihre Glieder durch Kraft des heil. Geistes mit dem Haupte Christus zu Einem Leibe verbunden sind und mittelst des Glaubens an einander hängen durch alle Gelenke, dadurch eines dem andern Handreichung thut, nach dem Werk eines jeglichen Gliedes in seiner Maße, und machet, daß der Leib wächst zu seiner selbst Besserung, und das alles in der Liebe, Eph. 4, 16. Jene Gelenke also sind Glaube, Hoffnung und Liebe; der geistliche Leib selbst ist die Kirche; die Glieder sind die Gläubigen, die durch die Liebe unter einander verbunden sind: Röm. 12, 5., 1 Cor. 12, 27., Eph. 1, 23., Col. 1, 18. 24. Wer sieht hier aber nicht, daß dies alles unsichtbar sei: das Haupt, der einströmende Geist, der Leib, die Glieder, die Gelenke, der Bau, die Unterordnung, das Leben und der Tod? 7. weil die Kirche die Braut Christi ist, Hohel. 4, 20., Jes. 51. und Joh. 3, 29., die ganz herrlich ist inwendig, Ps. 45, 14., 1 Petr. 2, 4., desgleichen heilig und unsträflich, Eph. 5, 27. Wer kann aber die inwendige Herrlichkeit oder innere Heiligkeit mit leiblichen Augen erschauen? 8. oft wird die Kirche verglichen dem Reiche Gottes oder dem Himmelreich, welches jedoch die Eigenthümlichkeit hat, daß es nicht kommt mit äußeren Geberden, so daß es wahrnehmbar und somit sichtlich wäre, sondern das Reich Gottes ist inwendig in uns, Luc. 17, 20. 21., sie werden auch nicht sagen, siehe hier ist es, wie man von Rom, oder da ist es, wie man von den Venetianern sagen kann, sondern siehe, das