# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1857_S263 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Ob der Haufe der Kirche seiner Natur nach sichtbar sei, wie dies Rom ꝛc. 263 nein, ihr Grund ist der bodenloseste Subjectivismus, eine aufgeblasene, bibelfeindliche Wissenschaft, ein glaubloses, menschliches Dafürhalten, ein Irrefahren in allerlei nichtigem Wahn und ungereimten Meinungen. Und der Unterschied zwischen der biblisch⸗lutherischen Lehre und dem 1000köpfigen Ungeheuer der Unionsdoctrinen ist in der That kein geringerer, als der zwischen Tag und Nacht, zwischen Licht und Finsterniß. Was soll man nun aber von einem Werke halten, das unter seinen vornehmsten Meistern solche alles evangelischen Lichtes und aller christlichen Erkenntniß gänzlich entbehrenden Männer zählt, und sie dennoch, gleichsam zum Spott als Theologen bezeichnet, „die durch treues Festhalten an den Heilsthatsachen und Glaubenslehren des Christenthums berufen seien, das Werk des Geistes unter uns zu fördern.“ Arme Betrogene, die in demselben als Grundlage „den Glauben an die Heilsoffenbarung im Christenthum“ zu finden meinen, und sich mit der eitlen Hoffnung tragen, darin einen Schatz des Trefflichsten der neueren gläubigen Theologie zu besitzen oder zu bekommen. Sie finden statt dessen eine äußerste Entleerung, ja eine offenbare Verleugnung des specifisch Christlichen, eine sich christlich nennende Religion, die eben so gut heidnisch, türkisch und mamelukisch genannt werden könnte. Es wäre leider leicht, dies noch mit einem ganzen Haufen von Beispielen zu belegen. Doch es sei mit den obigen genug. Reichen sie ja in der That vollkommen hin, jede aufrichtige Christenseele vor einem solchen Werke ernstlich zu warnen, die weite Verbreitung desselben und seine Uebertragung in die englische Sprache tief zu beklagen, und einen jeden, dem das Wohl und Wehe der Kirche wirklich am Herzen liegt, dringend zu veranlassen, einer solchen Förderung des Werkes des Geistes aus allen Kräften entgegen zu arbeiten. A. Crämer. (Eingesandt.) Ob der Haufe der Kirche seiner Natur nach sichtbar sei, wie dies Rom oder das erlogene Erbe Petri ist? (Uebersetzt aus Calovii systema loc. theol. tom. VIII. art. II. cap. 2.) Dies bejahen die Papstknechte und erklären es mit dem Beispiel der Republik Venedig, Bellarm. lib. III. de eccl. cap. 2. Unsere sorgfältig aus einander gesetzte Meinung von der Unsichtbarkeit der Kirche siehe in der Exeg. A. C. art. VII. Kurz: die Glieder der Kirche sind zwar alle sichtbar, aber nicht als Glieder der Kirche; die Kirche ist sichtbar in Anbetracht aller Gläubigen, die sie ausmachen, aber zeigbar ist sie nicht vermittelst Trennung und Unterscheidung dieses und jenes Individuums, so daß man die wahrhaft Gläubigen von den Heuchlern unterscheiden könne; der Haufe, in welchem die Kirche ist, kann zwar gesehen, und unterschiedlich erkannt und mit Fingern gezeigt werden, nämlich in welchem das Wort Gottes gelehrt wird und die