# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1857_S260 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 260 Real⸗Encyclopädie für protestantische Theologie und Kirche. St. Simonisten, und frecher noch als diese eben jetzt als Junges Deutschland.“ Aus diesen wenigen Beispielen, die durch hundert andere verstärkt werden könnten, wird der Leser schon erkennen, wie es mit den „probehaltigen“ Lehren in diesem, für Gelehrte und Ungelehrte bestimmten Buche stehe. Die Schreibart ist großentheils hegelianisch⸗verworren und unklar. S. II. Da es notorisch ist, daß sich viele junge Theologen dieses Werk angeschafft haben und es arglos gebrauchen, und da man auch bereits angefangen hat, ihm durch Uebersetzung in die englische Sprache eine immer weitere Verbreitung, selbst hier in der neuen Welt, zu verschaffen, so ist es allerdings doppelt an der Zeit, und überhaupt eines jeden, des Buches kundigen Christen Pflicht, auf den bedauerlichen Widerspruch aufmerksam zu machen, in welchem dies Werk zu den Erwartungen steht, die der gedruckte Prospectus desselben in den Herzen der Unerfahrenen erwecken dürfte. Darinnen heißt es nämlich, daß „als Grundlage, worauf das Ganze ruhe, der Glaube an die Heilsoffenbarung im Christenthum festgehalten werden solle“, und wird die Hoffnung ausgesprochen, „daß das Werk ein Vereinigungspunkt reger Thätigkeit für alle diejenigen Theologen werden werde, welche durch gründliche wissenschaftliche Bildung, durch treues Festhalten an den Heilsthatsachen und Glaubenslehren des Christenthums, so wie durch lebendige Theilnahme für das Wohl und Weh der Kirche berufen sind, das Werk des Geistes unter uns zu fördern.“ Wer sollte da nicht erwarten, ein Buch in die Hände zu bekommen, welches jeder einfältige, bibelgläubige Christ ohne Gefahr seiner Seele werde gebrauchen können? Aber leider die betrübendsten Thatsachen lehren gar ein Anderes und zeigen unwiderleglich, daß das Werk nicht nur ein lebendiger Ausdruck der Babylonischen Sprach⸗, Meinungs⸗ und Glaubensverwirrung unserer Tage sei, sondern unter der guten Firma des Offenbarungsglaubens selbst das schädliche Gift des gemeinsten Rationalismus einführe und somit für die Nachwelt nicht ein Denkmal deutschen Fleißes, deutscher Gelehrsamkeit, deutscher Theologie und des wieder erwachten Glaubens sei, sondern ein Denkmal der Schmach und Schande des modernen Protestantismus. Dieses hart scheinende, aber gerechte Urtheil zu begründen, und so die Arglosen zu verwarnen, sollen von den zahllosen Beispielen, die man zu dem Zweck anführen könnte, hier nur einige folgen: Wir schlagen den Artikel vom heiligen Abendmahl auf, geschrieben von dem Dr. und Prof. Julius Müller zu Halle, einem Heros der preußischen Union und gefeierten Koryphäen der moderngläubigen sogenannten Theologie. Daß wir da eine Abendmahlslehre finden, die wesentlich nichts anderes als die Calvinische ist, nur mit einigen neuen Variationen vermehrt, kann freilich nicht befremden, da Müller schon anderweitig seine Lehre von den