# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_September 1857_S259 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Real⸗Encyclopädie für protestantische Theologie und Kirche. 259 B. IV. S. 570 findet man eine 90 Seiten lange Abhandlung über Freimaurerei, wo u. a. gelehrt wird: „Unseres Erachtens hat keine kirchliche Behörde das Recht, auf die Denunciationen Einzelner hin den Geistlichen die Betheiligung an einem Institute zu verwehren, das der Staat unter die Garantie und den Schutz seiner Gesetze stellt.“ Alle seit Jahren gegen diese geheime Gesellschaft ausgesprochenen Warnungen werden mit den Worten niedergeschlagen, daß sie „theils überschwengliche Phrasen sagen, theils zu den sehr seltenen Ausnahmen gehören, welche keine Regel begründen können.“ Indeß hätte Hr. Prof. Dr. Herzog doch wohl gethan, die gewichtigen Versicherungen zu widerlegen, welche ein erfahrungsreicher Freimaurer, der es bis zum 12. Grade gebracht hatte, der K. Preuß. General von der Marwitz in seinen Memoiren 1854 verewigt hat. Daselbst heißt es: „Der Geheimbund ist gegen jede positive Religion gerichtet, angeblich, um die menschliche Vernunft auf den Thron dieser Welt zu setzen, — in der That aber, um die durch dieses trügerische Aushängeschild Betrogenen zu den Zwecken der an der Spitze stehenden Intriguants zu gebrauchen; die bestehende Ordnung in Staat und Kirche umzustürzen und die Herrschaft über beide jenen Anführern in die Hände zu spielen. Dabei würde statt der verheißenen Freiheit und Gleichheit der größte Despotismus von ihnen geübt, und eine Ungleichheit, wie sie nie dagewesen, entstehn, weil jedes Recht und jedes Eigenthum dem sogenannten Wohle des Ganzen und den Zwecken jener höhern Intelligenz, d. h. ihrer eignen Willkühr, dahingegeben werden müßte. Wie wenige Betrüger, oder wie viele Betrogene es unter den Freimaurern gibt, können nur diejenigen wissen, die selbst die höchsten Stufen erstiegen haben. Viele meinen aber, sie stünden auf der höchsten Stufe, während sie nicht einmal die Schwelle des ihnen ganz unbekannten innern Tempels erreicht haben. Im Ganzen steht es mit der Sache so. Obenan stehen die Schlimmsten, welche Reichthum, Herrschaft und Genuß für sich selbst haben wollen, und welchen Alles Uebrige nur Mittel zum Zweck ist. Dann kommen die Enthusiasten, welche die Herrschaft der Vernunft verbreiten wollen, es koste, was es wolle. Endlich die Bornirten, welche mit etwas Geld Gutes thun, sich aber dabei auch vergnügen wollen. Jeder dieser Hauptstufen glaubt, mit ihm sei der Orden abgeschlossen, und ein Meister vom Stuhle unter den Bornirten würde Mund und Nase aufsperren, wenn er erführe, daß es über ihm noch Enthusiasten gibt. Eben so würden die Sentimentalen es als eine Lüge bestreiten, wenn sie behaupten hörten, daß die Intriguants ihre Hauptleiter wären. Wie gefährlich ein solcher Geheimbund ist, springt in die Augen. — Von höheren Graden vernahm man in den Zeiten der Ruhe und Ordnung nicht viel. Sie verstärkten ihre Haufen und lebten auf Kosten der Betrogenen. Aber sie traten schon in den 80ger Jahren als Illuminaten auf; dann als Jacobiner in Frankreich, als Carbonari in Italien, als Leiter der Burschenschaft in Deutschland, als Juste milieu in Frankreich, als Liberale in Spanien, als Jovane Italia, als