# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1857_S254 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 254 Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. die Kirchenvorstandswahlen ihren Einfluß und ihre zahlreiche Vertretung gesichert hat, wirklich veranlaßt sein wird, eine andere Formationsweise ihrer selbst zu begutachten, vielleicht sogar vom Kirchenregiment zu begehren. Dann wird es Zeit sein, für dasselbe ein bis hierher und nicht weiter! zu sprechen, und lieber das Amt niederzulegen, als die Kirche neuen Demüthigungen preiszugeben.“ — Ueber denselben Gegenstand findet sich im Märzheste der Erlanger „Zeitschrift für Protestantismus und Kirche“ ein Artikel, aus welchem wir folgende Bruchstücke mittheilen: „In seiner Milde hat Er (der König) zugesagt, eine abermalige Prüfung der noch nicht durch die Generalsynode und Seine Sanction gefestigten Erlasse der obersten Kirchenbehörde anbefehlen zu wollen. Durch diesen weisen und gerechten Erlaß ist denn vor der Hand Ruhe eingetreten . . Nur klein kann darnach die Anzahl derer sein, welche mit voller Ueberzeugung dem Glauben der luth. Kirche zugethan sind, und um so größer ist die Anzahl derer, welche ihm mehr oder weniger entfremdet sind. Man sucht zwar diese Behauptung einzuschränken, indem man zwischen Landgemeinden und Stadtgemeinden unterscheidet und von einem Kern des Landvolkes spricht, das seinem väterlichen Glauben treu anhinge und von der modernen Bildung der Städter noch nicht angefressen sei. Allein davon ist nur so viel wahr, daß die Landgemeinden in keinem so bewußten Widerspruch stehen, aber daß der Glaube in ihnen nicht lebendig ist, das beweist auch ihre jetzige Stellung in dieser Bewegung . . Die so geartete Masse fühlte eben durch, daß das Kirchenregiment mit dem Glauben der Kirche wieder einen Ernst mache, daher die Bewegung, durch die es zum Sturz dieses Kirchenregimentes kommen sollte.“ Weiter unten spricht sich der Schreiber gegen den Theil der Erlasse aus, welcher die Privatbeichte und die Exploration betrifft, wünscht, daß ohne Kränkung des Bekenntnisses diejenigen mehr berücksichtigt werden möchten, welche dem Glauben entfremdet worden sind, damit dieselben, so lange sie noch einen Einfluß auf sich zulassen, nicht aus der Kirche vertrieben werden, und schließt: „Noch ist nichts verloren, noch steht der Hoffnungsstern, der unserer Kirche mit dem neuen Kirchenregimente aufgegangen ist, hoch am Horizont.“ Norwegen. Ein gewisser Pastor Lammers ist hier aus dem Dienst der lutherischen Staatskirche ausgetreten und das Haupt einer neuen Kirche geworden, die er „die freie apostolische, christliche Kirche“ nennt. Diese neu etablirte Kirche erkennt, wie es in der „Kirche des Herrn“, einem Berliner Blatt, heißt, „die in den symbolischen Büchern der Norweg. Kirche dargelegten Lehren an, aber nur in so weit sie jetzt oder in Zukunft (!) mit der Bibel übereinstimmen werden, mit dem ausdrücklichen Vorbehalt, daß sie sich nicht durch den 9. und 25. Artikel der Augsb. Confession für gebunden achtet, dabei glaubt sie“ (was man doch alles glaubt, wenn man den alten Glauben verwirft!) „jedoch nicht eigentlich von dem Geiste der Confession abzuweichen, sondern macht vielmehr den Versuch, die Confession mit sich selbst in Uebereinstimmung zu bringen“ (gewiß sehr gütig!). Die Zahl derer, heißt es weiter, die sich der neuen Kirche angeschlossen haben, ist nur noch klein; sollten sich freilich mehr und immer mehr anschließen, dann wird sie groß sein. Pantheismus. Prof. Fischer in Jena hat es sehr übel genommen, daß ihn Dr. Hengstenberg für einen Atheisten erklärt hat. Hierauf antwortet Letzterer: „Wenn Dr. Fischer behauptet, ich habe ihn fälschlich des Atheismus beschuldigt, so ignorirt er, daß der Vorwurf des Atheismus durch den vorausgeschickten des Pantheismus seine nähere Begränzung erhält. Im biblischen (Ephes. 2, 12.) und kirchlichen Sprachgebrauch sind Atheisten alle die, welche den einen wahren, persönlichen Gott nicht kennen und verehren. Ob mit Recht behauptet worden ist, Dr. Fischer achte das Kreuz nicht höher, als den Halbmond, möge die Anführung seiner eignen Worte zeigen.“ Nachdem Hengstenberg hierauf die Belege gegeben, setzt er hinzu: „Es ist der Fluch des Pantheismus, daß er immer schlangenartig sich dreht und wendet, wie es gerade seinem Vortheil dient. Ohne den lebendigen persönlichen Gott gibt es keine Wahrheit und keine Liebe zur Wahrheit.“ Die Evangelische Allianz. Von ihr sagt die „Ev. K. Z.“ in einem zweiten Artikel im Märzheft: „Die Allianz kommt nach Berlin, nicht obgleich, sondern weil sie hier eine starke puseyitische Partei (die Stahls und Hengstenbergs) findet. Die Ev. Allianz