# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1857_S252 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 252 Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. I. Amerika. Die Pennsylvanische Synode oder das ev.⸗luth. Ministerium von Pennsylvanien hielt in der Trinitatis⸗Woche seine Jahresversammlung zu Allentown. Die Versammlung bestand aus 81 Predigern, von denen 70 Glieder der Synode sind und 40 Laien⸗Deputirte. Die Erledigung der Licenzirungsfrage wurde auf die nächste Versammlung verschoben, desgleichen der Beschluß die englische Sprache der deutschen gleichzustellen. Es wurde beschlossen, von den Direktoren des Pennsylvania⸗College, in welchem Dr. C. F. Schäffer jetzt als deutscher Professor angestellt ist, ernstlich zu fordern, die deutsche Sprache in dem Studiencursus mit der lateinischen und griechischen auf gleichen Fuß zu stellen, so daß jeder Studirende verpflichtet wäre, auch die deutsche Sprache mit zu treiben. Die Gettysburger Anstalt. Gegenwärtig geht man damit um, dieses College gehörig zu fundiren, damit das Bestehen desselben nicht ferner von zufälligen Beiträgen abhängig sei. Schon hat eine einzelne Person sich erboten $1000 zu dem Zwecke zu unterschreiben. Das Ministerium der Pittsburg⸗Synode hat eines seiner bisherigen Glieder, Pastor F. W. Türk, nachdem derselbe Swedenborgianer geworden, seines Amtes entsetzt. Dr. Benj. Kurtz antwortet in seinem „Observer“ vom 3. Juli auf die ihm zugegangene Frage, wie die Katechumenen über den Nutzen der Sacramente zu unterrichten seien, u. A. Folgendes: Anfänglich habe er versucht, über jenen Punkt ganz den symbolischen Büchern gemäß zu lehren; später sei ihm dies nicht mehr möglich gewesen, er habe daher seine Zuflucht dazu genommen, seinen Glauben in den Katechismus hinein zu erklären. Hernach sei ihm aber dies doch gewissensbeschwerend geworden und auf dem Sprunge gestanden, Presbyterianer oder Methodist zu werden. Da er jedoch auch hierbei Mißverhältnisse, in die er gerathen werde, vorausgesehen, habe er bei älteren Amtsbrüdern sich Rath erholt. Diese haben ihn denn getröstet und aufgefordert, sich über dergleichen Dinge doch ja keine Unruhe zu machen; die lutherische Kirche sei viel zu liberal und zu generös, in Absicht auf solche Nebenpunkte auf Uebereinstimmung ihrer Lehrer mit der in ihren Symbolen niedergelegten Lehre zu dringen; sie gingen selbst ohne Gewissensnoth zu empfinden in mehreren Punkten davon ab, weiter als er; es sei genug, die großen Fundamentallehren festzuhalten. Dies, sagt der Doktor, brachte auf einmal Trost in unser Herz. Die lutherische Kirche wurde ihm nun erst recht lieb (natürlich!) und von nun an sagte er es seinen Katechumenen gerade heraus: daß, wie der Katechismus behaupte, die Taufe Vergebung der Sünden wirke, von Tod und Teufel erlöse, und die ewige Seligkeit allen gebe, die es glauben, wie die Worte und Verheißung Gottes lauten — das glaube er nicht, denn diese Segnungen hätten nur Christum zum Urheber! (Man sieht, unser Doktor der Theologie kann Coordination von Subordination nicht unterscheiden.) Er fährt fort, von jener Zeit an habe er auch frei und offen seinen Katechumenen erklärt: daß, wie der Katechismus ferner behaupte, das hl. Abendmahl der wahre Leib und Blut Christi sei — glaube er ebensowenig. Das Wort „wahr,, sei eine Interpolation; Brod und Wein sei nicht der wahre Leib und Blut Christi, beides werde dadurch nur symbolisch vorgestellt, doch seien Brod und Wein Zeichen und Siegel der Bundesgnade, feierliche und eindrückliche Erinnerungen der Leiden und des Todes Christi, keineswegs aber werde uns „im Sacrament Vergebung der Sünden, Leben und Seligkeit gegeben,“ das thue ja allein Christus und der Glaube. Durch welche Gnaden⸗Mittel aber es Christus thue und was der Glaube zu diesem Zwecke ergreife, davon sagt der Herr Doktor nichts. II. Ausland. Statistik deutscher Universitäten. Gegenwärtig gibt es 18 protestantische: Heidelberg, Leipzig, Rostock, Greifswalde, Tübingen, Marburg, Königsberg, Jena, Gießen, Kiel, Halle, Göttingen, Bern, Basel, Zürich, Erlangen, Berlin, Dorpat; 2 pa⸗