# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1857_S239 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Lutherisch⸗theologische Pfarrers⸗Bibliothek. 239 formirten und Arminianern, welche beide Bände im Jahr 1734 erschienen; der vierte Band gibt speciell ausführlichen Bericht über die Controversen mit den Antitrinitariern, namentlich den Socinianern, und mit den Fanatikern und Enthusiasten und der fünfte endlich mit den Atheisten, Naturalisten, Indifferentisten, mit der griechischen Kirche, mit den Muhamedanern, Juden und Heiden; welche beiden letzteren Bände im Jahr 1736 ans Licht traten. Der zweite Haupttheil des Werkes, die letzten fünf Bände umfassend, behandelt die theologischen Streitigkeiten, welche innerhalb der evangelisch⸗lutherischen Kirche ausgebrochen sind. Der erste Band zerfällt in fünf Capitel. Das erste Capitel handelt einleitungsweise, und zwar apologetisch, von der Beschaffenheit der evangelisch⸗lutherischen Kirche. Das zweite Capitel stellt die Religionsstreitigkeiten dar, welche unsere Kirche nach Luthers Tode bis auf die Concordienformel beunruhigt haben, nehmlich die cryptocalvinistischen, synergistischen, flacianischen, osiandristischen, stancaristischen, majoristischen, antinomistischen, adiaphoristischen und interimistischen. Das dritte Capitel gibt Nachricht über die wegen Entwerfung und Annahme der Concordienformel entstandenen Streitigkeiten. Das vierte Capitel berichtet über die theologischen Kämpfe des 17. Jahrhunderts. Es wird hier namentlich der Verlauf des Huberianismus (von der „allgemeinen“ Gnadenwahl), des Streites zwischen den Gießischen und Tübingischen Theologen (über die Gegenwart Gottes bei den Creaturen und über die Allgegenwart des Gottmenschen im Stande der Erniedrigung), der helmstädtischen oder syncretistischen (Georg Calixt) und endlich der Rathmannischen Streitigkeiten (von der Kraft des Wortes Gottes) beschrieben. Das fünfte Capitel enthält hier zuerst die Darstellung des geschichtlichen Verlaufs der pietistischen Streitigkeiten. Der zweite Band enthält hierauf erstlich eine historisch⸗kritische Darstellung der Lehrpuncte, um welche es sich in den pietistischen Streitigkeiten gehandelt hat*), zum andern die Geschichte der Streitigkeiten mit den Chiliasten, Indifferentisten, Fanatikern (Gottfr. Arnold, Petersen, Dippel, Gichel u. a.) und endlich die des Terminismus (über das Gnadenziel in diesem Leben). Der dritte Band gibt zum Schluß Nachricht von einigen particularen Streitigkeiten, u. a. über das Recht der Fürsten in kirchlichen Sachen, über Ketzerei, Zauberei, Concubinat, Bann (Thomasius); über das Recht des Sabbaths im Neuen Bund (J. Sam. Stryk); über Ehescheidung (Böhmer); über Polygamie (Willenberg); über die Ehe mit der verstorbenen Frau Schwester (Götze); über den Satz: Gott selbst ist todt (Dresing); über die Zulassung der Unbußfertigen zur Communion (Titius); über die Nothwendigkeit der Absolution für Gläubige (Beerensprung); über die wesentliche Annäherung Gottes an die Gläubigen (approximatio — J. J. Müller); über den Unterschied der Gesetzes⸗Werke und guten Werke (im Holsteinischen); über *) Der Raum erlaubt uns nicht, alle die Lehrpuncte hier aufzuführen, um welche es sich in den pietistischen Streitigkeiten gehandelt hat; mit wenigen Ausnahmen gehören hierher alle im engeren Sinne practischen Fragen der ganzen christlichen Lehre.