# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1857_S238 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 238 Lutherisch⸗theologische Pfarrers⸗Bibliothek. (Fortsetzung.) Unserem Plane gemäß, vorerst nur die einem lutherischen Pfarrer unbedingt nöthigen Werke zu nennen, lassen wir es mit den für die polemische Disciplin bereits genannten bewenden. Ehe wir jedoch weiter gehen, haben wir, einem im vorigen Jahrgang S. 51 gegebenen Versprechen gemäß, unsere geehrten Leser mit einem größeren polemischen Werke etwas näher bekannt zu machen, welches wenigstens dazu kaum entbehrlich sein dürfte, einen gründlicheren Einblick in die bereits dagewesenen theologischen Streitigkeiten zu erhalten. Wir kommen diesem unserem Versprechen um so lieber nach, je mehr wir gerade hier in Amerika, in dem Lande der Secten, es bedürfen, daß wir uns in die Geschichte der Kämpfe der Kirche gegen allerlei Irrungen in besserer Zeit vertiefen. Diese Geschichte gibt uns nicht nur im Allgemeinen ein Vorbild, wie der Irrthum zu erkennen und zu besiegen ist, sondern stellt uns, da gerade, was die Angriffe auf die Wahrheit betrifft, das Salomonische: „Es ist nichts Neues unter der Sonne,“ seine volle Anwendung findet, auch im Besonderen unsere meisten gegenwärtigen Kämpfe als einst schon ausgekämpfte vor Augen. Das Werk, welches wir meinen, ist folgendes: „Historische und theologische Einleitung in die Religions⸗Streitigkeiten. Herausgegeben von Dr. Johann Georg Walch. Jena 1724—1739.“ 10 Bände. Der Verfasser ist der bekannte Herausgeber der in Halle erschienenen sämmtlichen Werke Luthers. Es wurde derselbe in Meiningen in dem sächsischen Herzogthume dieses Namens im Jahre 1693 geboren, war ein Schüler der bekannten Leipziger Theologen Gottfried Olearius und Adam Rechenberg und wirkte vom Jahre 1718 bis 1775, dem Jahre seines Todes, zu Jena, zuerst als Professor der Archäologie und Philologie, vom Jahre 1724 an auch als theologischer Lehrer, und später zugleich als Kirchen⸗ und Consistorialrath. Mit Buddeus, mit welchem er schon durch gleiche theologische Richtung innig verbunden war, verknüpfte ihn auch das Band der Verwandtschaft, indem er im Jahre 1718 dessen Schwiegersohn wurde. So ausführlich Walch gerade die polemische Theologie behandelt hat, so fern war er von Liebe zu Streitigkeiten; neben seiner gründlichen und umfassenden Gelehrsamkeit, namentlich in Bezug auf Philologie, Alterthümer, Geschichte, vorzüglich Geschichte der Philosophie und Literatur, zeichnete ihn gerade eine große Friedensliebe, ausnehmende Mäßigung und Bescheidenheit im Urtheil, wie überhaupt eine ungefärbte lebendige und eifrige Gottseligkeit aus. Das oben bezeichnete Werk zerfällt in zwei Haupttheile. Der erste Haupttheil, die ersten 5 Bände umfassend, behandelt die Streitigkeiten außerhalb der evangelisch⸗lutherischen Kirche. Der erste dieser Bände bildet ein Ganzes, dessen Inhalt wir bereits im 2. Jahrgang S. 50. 51. angegeben haben. Der zweite Band behandelt ausführlicher speciell die Streitigkeiten mit der römischen Kirche und der dritte mit den Re⸗