# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1857_S232 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 232 Wie werden wahrhaft lutherische Gemeinden gegründet und erzogen? Noth sei (wie sie nach V. 1. von judaisirenden Irrlehrern beunruhigt wurden), sich beschneiden zu lassen nach der Weise Mosis, um selig zu werden? So wurden sie V. 4. „von der Gemeinde“ in Jerusalem empfangen und darnach wurde eine Gemeindeversammlung gehalten; denn wenn gleich V. 6. nur geschrieben steht: „aber die Apostel und die Aeltesten kamen zusammen, diese Rede zu besehen,“ nämlich die Rede der aus der Secte der Pharisäer gläubig Gewordenen, „man müsse die Bekehrten aus den Heiden beschneiden und gebieten zu halten das Gesetz Mosis“ (V. 5.), so heißt es doch V. 12 — nachdem Petrus V. 11. nach seinem evangelischen Unterrichte, von V. 7. an, die tröstliche Schlußsentenz V. 11.: „sondern wir glauben durch die Gnade des Herrn Jesus Christus selig zu werden, gleicher Weise, wie auch sie,“ ausgesprochen hatte — „da schwieg die ganze Menge stille;“ daraus klärlich erhellt, daß bei dieser auf Grund des Evangeliums geschehenen Besehung jener Rede sonderlich durch die Apostel und Aeltesten und bei dieser ersten evangelischen Entscheidung V. 11. die Hörerschaft zugegen war, und zwar nicht bloß als stumme Zuhörerin, sondern als theilnehmende thätige Mitberatherin; denn wenn es heißt V. 12.: „da schwieg die ganze Menge stille,“ so ist klar, daß aus ihr früher diese und jene Glieder der Gemeinde, obwohl sie kein Amt in ihr hatten, geredet hatten, was, zum Ueberfluß, auch aus V. 7. ersichtlich ist; denn die, welche sich „lange mit einander zankten“, nach dem Wortlaute des griechischen Textes: eine „lange gemeinschaftliche Untersuchung und Besprechung“ anstellten, waren sicherlich nicht allein die Apostel und die Aeltesten, sondern zugleich die, welche Petrus nachher als: ihr Männer, liebe Brüder“ anredet, nämlich die ganze versammelte Gemeinde, unter der sicherlich nicht Wenige waren, wie aus V. 10. klar zu ersehen ist, welche jener unevangelischen und gesetzestreiberischen Behauptung der von den Pharisäern Bekehrten V. 5. zugefallen waren. Endlich nachdem die ganze versammelte Gemeinde durch Petrus und Jacobus genugsam evangelisch berichtet war, kam es zu einem Gemeindebeschluß; denn es heißt V. 22.: „und es däuchte gut die Apostel und Aeltesten, sammt der ganzen Gemeinde,“ Männer zu erwählen und durch sie einen kurzen evangelischen Lehr⸗ und Trostbrief den Gemeinden aus den Heiden zuzusenden, dessen Ueberschrift lautete: „Wir, die Apostel und Aeltesten und Brüder wünschen Heil den Brüdern aus den Heiden, die zu Antiochien und Syrien und Cilicien sind. Dieweil wir gehört haben, daß etliche von den Unsern sind ausgegangen und haben euch mit lehren irre gemacht und eure Seelen zerrüttet und sagen: „„Ihr sollet euch beschneiden lassen und das Gesetz halten,““ welchen wir nichts befohlen haben, hat es uns gut gedäucht einmüthiglich versammelt“ (also nicht bloß die Apostel und Aeltesten, sondern auch die den Brief mit absendenden Brüder d. i. die repräsentative Hörerschaft der Gemeinde) „Männer zu erwählen und zu euch zu senden“ u. s. w. Darnach heißt es: „Denn es gefällt dem heil. Geiste