# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_August 1857_S226 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 226 Wie werden wahrhaft lutherische Gemeinden gegründet und erzogen? scheinung darstellt, eine Art kirchliche Maschine werden, daran der Pfarrherr der Engineer, das Amt die Dampfkraft und die Hörerschaft (die sogenannten Kirchkinder auf dem Pachinon) die von dieser Kraft bewegten und arbeitenden Kolben, Räder u. s. w. sind, die bewußt⸗ und willenlos den Willen des geistlichen Engineers ausrichten. Hier dagegen, unter dem demokratischen Regiment der nach Stimmenmehrheit alles entscheidenden Masse, wird die Gemeinde ein formloses Durcheinander, ein in stetiger Unruhe umgetriebener Spielball des gerade herrschenden Partheiführers und seiner besondern Partheizwecke sein, zu deren Vollziehung er sich denn auch des Pfarrers zu bedienen sucht, der unter solchen Umständen allerdings die miserabelste Rolle spielt. Ist der Pfarrer aber weder ein Hierarch noch ein Menschenknecht, aber eben so wenig ein evangelisch erleuchteter und ein durch Gottes Wort geleiteter Leiter, sondern ein ruhiger Geschäftsmann, der für so und so viel jährlich die und die amtlichen Verrichtungen leistet, wie denn auch die Gemeinde bei ihrem jährlichen Miethscontract nichts Anderes begehrt, so wird natürlich hier eben so wenig von einem Gemeindeleben die Rede sein können, sondern es kann nichts Anderes als ein todtes Geschäftswesen, ein hergebrachter Schlendrian und ein fauler Sumpf vorhanden sein. Ehe wir nun, nach dieser negativen Um⸗ und Ueberschau, unserer eigentlichen Aufgabe näher treten, nämlich den evangelischen Sinn und Geist eines Dieners der lutherischen Kirche für die Regierung der Gemeinde aufzuweisen, um in ihr ein gesundes evangelisches Gemeindeleben, was an ihm liegt, durch Gottes Gnade zu begründen und zu fördern: so wird es nicht undienlich sein, eine vorbereitende Zwischenbetrachtung einzuschalten, theils über die eigentliche Beschaffenheit solches Gemeindelebens, theils wie günstig dafür, verglichen z. B. mit Deutschland, gerade die hiesigen kirchlichen Verhältnisse seien, in Hinsicht auf die grundsätzliche Trennung von Kirche und Staat. Ein gesundes evangelisches Gemeindeleben nun entsteht dann und da, wann und wo der heil. Geist durch das Evangelium und sonderlich durch dessen öffentliche Verkündigung mittelst des Predigtamtes sammt den begleitenden und die Gnadenverheißungen des Evangelii versiegelnden Sacramenten den rechtfertigenden Glauben an Christum in den Herzen der reumüthigen und heilsbegierigen Hörer wirkt, daraus denn als nothwendige Folge und Wirkung die brüderliche und allgemeine Liebe, und allerlei andere Frucht des Geistes Gal. 5, 22. als Erweisung und Bethätigung des Glaubens, hervorbricht und die Gemeinde, als solche, dem Worte Gottes, wie es lautet, sich im willigen Gehorsam unterwirft in allem, was dazu gehört, um recht zu glauben, christlich zu leben und selig zu sterben. Denn wie — um es kurz zu sagen — der wahre Glaube und die rechte Liebe im einzelnen Menschen, ja im engern und strengern Sinne der Glaube allein diesen Menschen zu einem Christen machet, darin er zugleich ein neues geistliches Leben empfängt, so gerade und nicht anders ist es auch mit einer größeren oder kleineren Ge⸗