# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1857_S218 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 218 Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. sammelt Aus den über die gepflogenen Verhandlungen in den Zeitschriften bereits veröffentlichten Berichten heben wir folgende Notizen aus. Dr. S. W. Harkey aus Springfield, Ill., wurde zum Präsidenten erwählt. Deutschreformirte, baptistische, presbyterianische und methodistische Prediger erhielten wieder Zutritt als berathende Glieder. Repräsentanten von 25 Synoden, und zwar 116 stimmfähige Glieder, waren anwesend; 73 Prediger und 43 Bevollmächtigte aus der Zuhörerschaft. Von einer Committee wurde berichtet, daß, mit Ausnahme von 3, alle zur Verbindung gehörigen Synoden das Licenzirungssystem beibehalten wissen wollten. Die früheren offensiven Beschlüsse wider die Frankische und Tennessee⸗Synode wurden „als dem Geiste der Constitution widersprechend“ aufgehoben. Man erwählte 5 Delegaten (darunter auch Herr Dr. Stohlmann) für den nächsten Kirchentag in Stuttgart im September dieses Jahres. Es wurde die Bestimmung getroffen, daß zwei dazu zu erwählende Glieder des Boards of Publication alle von demselben herauszugebenden Schriften ex officio erst gelesen und gebilligt haben müssen; für diese Function wurden die Pastoren Hay und Krotel erwählt. Der Antrag Dr. Schmuckers, man möge beschließen, daß der Board keine Schriften veröffentlichen dürfe, welche bestehende Controversen behandeln, ging mit großer Majorität durch. Die Versammlungen folgender Synodalkörper durch repräsentirende Delegaten zu beschicken wurde beschlossen: die der Deutsch⸗Reformirten, der Herrnhuter, der Neu⸗Schul⸗Presbyterianer und des Evangelischen Vereins des Westens. Die Generalsynode wird ihre nächsten Sitzungen zu Pittsburg halten am dritten Donnerstag im Mai des Jahres 1859. Dr. B. Kurtz machte den Antrag, eine Committee niederzusetzen, welche Mittel in Vorschlag bringen sollte zur Herstellung völligerer Einigkeit innerhalb des Gebietes der Generalsynode. Der Doctor schreibt selbst hierüber, er habe gemeint, „die goldene Stunde“ für eine „liberale Platform“, welche nie „brechen“ werde, sei da, und würde man auf seinen Anrrag eingegangen sein, so würde die Kirche einiger und stärker geworden sein, „als je seit dem unglückseligen Revival der verhaßten Symbol⸗Controverse.“ Der Antrag aber fiel glänzend durch; fast niemand wollte die Sache anrühren, obgleich nach des Doctors Urtheil wohl 19 Zwanzigstheile im Herzen dafür gewesen seien. Ein anderer Gegenstand der Commentation des Doctors ist, daß die Sache des Missionary⸗Instituts nicht vor die Synode gebracht worden sei; was wahrscheinlich auch geschehen war, um die „good feelings that prevailed“ nicht zu stören. „Die Vereinigten Brüder in Christo“, eine von einem gewissen Otterbein, einem aus Deutschland eingewanderten reformirten Prediger, gestiftete Secte, hielt am 12. Mai und folgende Tage ihre General⸗Conferenz in Cincinnati ab. Aus dem darüber erstatteten Bericht im „Fröhlichen Botschafter“ ersieht man, daß auch in diese Secte anabaptistische Grundsätze eingedrungen sind. Ein Glied bezeugte u. A. öffentlich: „Gegenwärtig sei es nicht mehr ungewöhnlich, daß unsere eigenen Prediger öffentlich gegen die Kindertaufe predigten und leichtsinnig über dieselbe sich äußerten. Eine Mehrheit der Prediger im Westen sprächen sich nun gegen die Kindertaufe aus und suchten diejenigen Prediger, die die Kindertaufe vorziehen, in der Ausführung ihrer Pflicht zu hindern.“ Es kann diese Erfahrung durchaus nicht befremden; es ist vielmehr verwunderlich, wie bei der reformirten Anschauung von den Sacramenten als bloßen Gnadenzeichen, nicht Gnadenmitteln, noch ein Reformirter sich findet, der nicht der Wiedertäuferei zufällt. — Merkwürdig ist übrigens, daß die oben bezeichnete Secte keine Laienvertretung in ihrer General⸗Conferenz hat; es wird dieselbe vielmehr lediglich von den Predigern gebildet. Sehr naiv erklärt die Conferenz, daß in ihrer Gemeinschaft „die ecclesiastische Macht darum doch rechtlich vertheilt“ sei, weil ja die Erwählung der Delegaten durch Abstimmung von Seiten der Laien geschehe. Gegen geheime Gesellschaft legten alle Versammelte bis auf wenige ein entschiedenes Zeugniß ab. Die Zahl der Localprediger der Secte beläuft sich jetzt auf 417, die der Reiseprediger auf 499, die der Glieder auf 61,399. II. Ausland. Jena. In dem Vorwort zu dem diesjährigen Band der Evangelischen Kirchen⸗Zeitung schreibt Dr. Hengstenberg: „Ziemlich gleichzeitig (mit Abgang des Professor Schwarz) ist