# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1857_S207 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Erklärung der Generalsynode der evangelisch⸗lutherischen Kirche in Preußen ꝛc. 207 Christenherzen Betrübniß ist? — Wir leben der getrosten Ueberzeugung, daß der HErr durch unser Bestehen selbst, worin wir ein Wunderwerk Seiner Gnade ehren, einen Liebesdienst in der That und in der Kraft allen denen erweist, welchen es Ernst ist um die Herstellung der lutherischen Kirche. Im Warten dieses unsers köstlichen Berufes treu erfunden zu werden, das hätten wir gern — müssen wir es auch thun als die Unbekannten — geübt in der schmerzlichen Klage: „Ich bin fremd geworden meinen Brüdern und unbekannt meiner Mutter Kindern“ — wenn wir nur Gott recht bekannt sind! Darum bekennen wir aber hier auch mit Beugung, daß wir es in der Treue in dem Kampfe, dazu wir verordnet sind, an vielem haben fehlen lassen. Wir haben es oft fehlen lassen an der Liebe, welche alles hoffet, glaubet, duldet und sich nicht ermüden läßt in der Fürbitte; wohl noch öfter an Muth und Geduld des Zeugnisses ohne alle Menschenfurcht und Ansehen der Person; vor allem aber an lebendiger Beweisung der Erkenntniß, daß Gottes Gaben und Berufung nicht stolz machen, sondern mit Furcht und Zittern erfüllen sollen. Deshalb haben wir uns in diesen Tagen von neuem verbunden, uns von Gott die Früchte des Geistes schenken zu lassen, ohne welche wir, ob wir auch kämpften, doch nicht würden gekrönt werden. Im Sinne dieses unseres Zeugnisses sind einige der preußischen Landeskirche angehörige Freunde eingeladen worden, bei Gelegenheit der hier versammelten Generalsynode eine Besprechung mit uns zu halten. Ihrer etliche haben dieser Einladung freundlich Folge geleistet, andere durch Zuschriften uns erfreut, und wir hoffen, daß Gott auch zu diesem geringen Anfange mit seinem Segen sich bekennen wird. Jedenfalls sind wir dadurch in der Ueberzeugung gestärkt worden, daß es nächst dem Wege der Stille, wo Gott für uns streitet, keinen bessern Weg zur Aufhebung der von uns beklagten Trennung und zu dem von uns ersehnten endlichen völligen Frieden geben dürfte, als den des Zusammentretens zu der mündlichen Unterredung. Darum Aug' in Auge mit denen zu verkehren, zu welchen wir und welche zu uns ein gutes Vertrauen der Aufrichtigkeit haben, dazu soll man uns immer willig finden, und mit Freuden werden wir, wie bisher, so auch fernerhin, zu solchem persönlichen Verkehr die Hand bieten, wo uns das Verlangen darnach begegnet. Und sollten sie, an welche dieses unser Zeugniß zunächst gerichtet ist, aus irgend welchem Grunde Bedenken tragen, Einladungen, die von uns ausgehen, Folge zu geben, so werden die Unsrigen, sobald sie zu solchen Besprechungen aufgefordert werden, nach Vermögen gerne die Ermahnung des Apostels befolgen, welche uns zu dem Ende noch in diesen Tagen von unser einem vorgehalten ist: „Seid aber allezeit bereit zur Verantwortung jedermann, der Grund fordert der Hoffnung, die in euch ist“, um so unsern befreundeten Gegnern zu helfen zum Verständniß der Stellung, die wir um des Gewissens willen bis auf diesen Tag behaupten. Viele unter uns haben einst selber der preußischen Landeskirche angehört, und ihnen ist nicht unbewußt, was solche von der Union geängstete Herzen