# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1857_S205 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Erklärung der Generalsynode der evangelisch⸗lutherischen Kirche in Preußen ꝛc. 205 risch gesinnten Angehörigen der preußischen Landeskirche, wozu sowohl deren gegenwärtige Lage überhaupt, als einzelne Kundgebungen an uns aus ihrer Mitte insbesondere Anlaß bieten, das haben wir deshalb nicht versäumen wollen, weil wir hofften, solch Zeugniß werde nicht ungesegnet bleiben an uns selbst und an denen, welche mit uns herzlich Leid tragen über die Trennung dessen, was verbunden sein sollte im Gehorsam des Glaubens. Es ist ja ohne Zweifel eine Gott mißfällige Sache, daß diejenigen, welchen das lutherische Bekenntniß das Bekenntniß der Wahrheit ist, dennoch nicht im Bunde des Friedens stehen und nicht in Einem Hause kirchlich zusammen wohnen. Ein tiefer Schmerz darüber geht durch unsere Seele, daß so manche werthe Männer, welche die ewigen Güter unserer Kirche zu lieben und die Verleugnung derselben zu hassen bekennen, dennoch kirchlich vereinigt sind mit solchen, von welchen sie geschieden sein sollten, hingegen kirchlich geschieden von uns, mit welchen sie vereinigt sein sollten nach Gottes Wort (Ephes. 4.). Gott weiß, daß wir die Wahrheit sagen: uns verlangt herzlich darnach, daß das Gebet unsers großen Hohenpriesters um die Einigkeit seiner Gläubigen erfüllt werde an uns und allen, welche durch dieselbige Gnade unsers HErrn JEsu Christi selig zu werden hoffen, insonderheit aber an uns und an den Gliedern der preußischen Landeskirche, welche der Geist Gottes von der Wahrheit des lutherischen Bekenntnisses überzeugt hat, um welches wir kirchlich versammelt sind. Wir verschweigen nicht unsere Freude daran, daß diese von Gott gewirkte Ueberzeugung weithin in spürbarem Zunehmen begriffen und die Erkenntniß der Nichtigkeit der Union beinahe ein Gemeingut aller derer geworden ist, welche ihr Haus auf den Fels, nicht auf Sand zu bauen gesonnen sind. Wie könnten wir auch anders, als uns freuen über diese neue Bestätigung des Wortes vom Senfkorn, über dies göttliche Siegel des Kampfes, zu welchem das geringe Häuflein der ersten, von allen Weisen und Hohen dieser Welt verachteten Zeugen gegen die Unionssünde berufen wurde? Und diese Freude an der herzgewinnenden, siegreichen Macht der Wahrheit wollen wir uns auch nicht nehmen lassen durch die beklagenswerthe Thatsache, daß der Weg, auf welchem wir viele in der Union gefangene Freunde des lutherischen Bekenntnisses nach kirchlicher Befreiung streben sehen, kein Wahrheitsweg ist, der Verheißung hat. Sie wollen die lutherische Kirche wieder aufrichten, und sie verwerfen die lutherische Kirche, welche Gott aufgerichtet hat; sie trachten nach selbstständiger Ausgestaltung des lutherischen Bekenntnisses, und sie lieben die Selbstständigkeit nicht da, wo freilich eine arme Gestalt den himmlischen Reichthum der Kirche verhüllt. Daran kann Gott keinen Gefallen haben, so gewiß er sich selber nicht leugnen kann. Wollte jemand der Täuschung sich hingeben, als ob alles das, was etwa der Union innerhalb der preußischen Landeskirche abgewonnen zu sein scheint, die Union selber entkräftet hätte, den müßte die Kampfesweise, in welcher namentlich die Angehörigen der „lutherischen Vereine“ die Union bestreiten, vom Gegentheil überzeugen; denn sie stärken durch ihren thatsächlichen Zusammenhang mit einer Kirche, deren Einheitsband eben die Union ist, gerade das, was sie zu überwinden vermeinen.